7.926 News Medizin

Medizin

HIV und Therapie als Knochenräuber bei jungen Männern

Mittwoch, 20. Juni 2012

San Francisco – Eine frühe HIV-Infektion kann verhindern, dass bei Männern im Jugendalter der Maximalwert der Knochenmineraldichte erreicht wird. In einer US-Studie in Clinical Infectious Diseases (2012; doi: 10.1093/cid/cis455) minderte auch die antiretrovirale Therapie die „Peak bone mass“.

An der Studie 021B des Adolescent Trials Network nahmen überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene (Alter 14-25 Jahre) aus Innenstadtbezirken teil, die einen ungesunden Lebens- und Ernährungsstil pflegen. Die Befragung ergab, dass die meisten nicht genügend Kalzium und Vitamin D zu sich nahmen, mehr als 30 Prozent waren Raucher und jeder zweite trieb grundsätzlich keinen Sport.

Anzeige

Schon bei den 53 HIV-negativen Kontrollen ergaben die Knochendichtemessungen mittels Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DXA), die Kathleen Mulligan von der Universität von Kalifornien in San Francisco veranlasste, eine für das Alter zu geringe Knochenmasse. Bei den 199 HIV-positiven jungen Männern war die Knochendichte in der Hüfte noch einmal um 5 bis 8 Prozent und in der Wirbelsäule um 2 bis 4 Prozent abgefallen, obwohl die HIV-Diagnose im Durchschnitt erst 1,3 Jahre zurücklag (die Infektion selbst aber schon länger bestanden haben könnte).

Ein weiterer Rückgang wurde bei den Teilnehmern gefunden, die bereits eine antiretrovirale Therapie begonnen hatten. Vor allem der Einsatz von Protease-Inhibitoren wirkte sich nach Auskunft von Mulligan ungünstig aus. Sie vermutet, dass die prekäre Ernährungsverhältnisse, Bewegungsmangel, Infektion und eventuell eine Nebenwirkung der eingesetzten Medikamente zusammenkommen.

Im Ergebnis erreichen die Jugendlichen nicht die physiologische „Peak bone mass“. Sie entscheidet im späteren Leben darüber, ob es zu einer Osteoporose kommt. Ob das Frakturrisiko der Patienten erhöht ist und welchen Anteil die Therapie daran hat, lässt sich aufgrund der Studie natürlich nicht vorhersagen. Mulligan rät aber, bei der HIV-Therapie im Jugend- und frühen Erwachsenenalter die Knochendichte im Auge zu behalten und die Patienten zu einer gesunden Lebensweise zu ermahnen. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.926 News Medizin

Nachrichten zum Thema

13.06.13
Bangkok – Die tägliche Einnahme des Virostatikums Tenofovir hat in einer randomisierten Studie in Thailand die Zahl der HIV-Infektionen bei i.v.-Drogenabhängigen halbiert. Laut dem Bericht im Lancet...
13.06.13
Deutsche Aids-Hilfe weist auf anhaltende Diskriminierung hin
Berlin/Innsbruck - Diskriminierung gehört für HIV-positive Menschen im Gesundheitswesen noch immer zum Alltag. Darauf weist eine aktuelle Recherche der Deutschen Aids-Hilfe (DAH) hin. Die Studie nennt...
24.05.13
Rostock – Der Aids-Ausschuss der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern hat einen Appell zur Prävention der HIV-Ausbreitung vorgelegt. Als übergeordnetes Ziel formuliert das Gremium die Verhinderung von...
04.04.13
HIV: Breitband-Antikörper als Roadmap zur Impfstoffentwicklung
Durham – Ungefähr einer von fünf HIV-Infizierten entwickelt im Verlauf der Erkrankung Breitband-Antikörper. Sie könnten die Patienten möglicherweise vor einer Immunschwäche schützen, wenn sie zu einem...
15.03.13
HIV: Funktionelle Heilung bei früher Therapie möglich
Paris – Nach dem Bericht über die „funktionelle Heilung“ eines Neugeborenen im US-Staat Mississippi haben sich französische Wissenschaftler zu Wort gemeldet. In PLoS Pathogens (2012; 9(3): e1003211)...
13.03.13
Berlin – Die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) hat das Votum des Nationalen Aids-Beirats positiv bewertet. In dem gestern veröffentlichten Papier heißt es unter anderem, Strafverfahren bezüglich der...
06.03.13
Funktionelle HIV-Heilung: WHO sieht keinen Grund für neue Leitlinien
Genf – Der Bericht über die „funktionelle Heilung“ einer perinatalen HIV-Infektion durch die frühzeitige antiretrovirale Therapie wirft die Frage auf, ob die Empfehlungen zur Diagnose und Therapie von...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in