Medizin

Fetalchirurgen entfernen Teratom auf der Mundhöhle

Freitag, 22. Juni 2012

Miami – US-Chirurgen haben bei einem Mädchen erfolgreich einen 4,1, mal 2,4 mal 2,8 Zentimeter großen Tumor entfernt. Die Besonderheit: Der gestielte Tumor ragte aus dem Mund heraus und die Operation fand  laut dem Bericht im American Journal of Obstetrics & Gynecology (2012; 207: e12-e15) vor der Geburt in der 21. Gestationswoche statt.

Bei dem Tumor handelte es sich um ein nasopharyngeales Teratom. Teratome (von griech. teras, teratos „Schreckbild“) entwickeln sich aus Zellen der Keimblätter. Sie sind gutartig. Durch ihr rasches Wachstum können sie aber das Leben eines Feten gefährden.

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Auch bei der Frucht einer 37-jährigen Frau bestand nach Einschätzung der Mediziner die Gefahr, dass das Kind tot oder zumindest mit schweren Behinderungen, zumindest aber mit einer Lippenspalte geboren würde. Tumor, der auf dem Ultraschallbild wie ein aufgeblasenes Kaugummi aus dem Mund des Feten herausragte, hätte sich vermutlich bis zur Geburt weiter vergrößert.

Die Schwangere war mit einer Operation einverstanden, die Eftichia  Kontopoulos vom Fetal Therapy Center der Universität Miami und Mitarbeiter bereits im Mai letzten Jahres durchführten. Die Instrumente führten die Fetalchirurgen über einen 3,8 mm dünnen Trokar in die Amnionhöhle ein.

Nach Sondierung der Mundhöhle wurde der Tumor mit einer 600 Mikrometer dünnen YAG-Laserlichtfaser abgetrennt. Die Blutung konnte rasch gestillt werden. Der ganze Eingriff dauerte nur 68 Minuten. Er wurde unter Lokalanästhesie durchgeführt, allerdings mit ausreichender Analgesie für das Kind (Femifentanil). Den Tumor beließen die Chirurgen in der Fruchtblase.

Mutter und das inzwischen 20 Monate alte Kind wurden jetzt auf einer Pressekonferenz in Miami vorgestellt. Das Kind ist gesund und die Mutter glücklich, da ihr Kind ohne Lippenspalte geboren wurde. Kontopoulos freut sich, dass ihm weltweit als ersten Fetalchirurgen die intrauterine Resektion eines oralen Teratoms gelungen ist.

© rme/aerzteblatt.de

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petrulus
am Samstag, 23. Juni 2012, 05:27

Unglaublich

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