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Gedächtnis: Melodien im Schlaf leichter gelernt

Montag, 25. Juni 2012

Evanston – US-Wissenschaftler haben eine Möglichkeit entdeckt, die Musikschülern das Lernen erleichtern könnte. Sie spielten Probanden eine zuvor eingeübte Melodie während der Tiefschlafphase eines anschließenden Nickerchens vor, was laut dem Bericht in Nature Neuroscience (2012; doi: 10.1038/nn.3152) nach dem Erwachsen die Fehlerrate bei einem Test verringerte.

Zu den Aufgaben des Schlafes gehören die Reaktivierung der Erlebnisse des Tages und ihre endgültige Abspeicherung im Langzeitgedächtnis. Ein Geheimtipp für Studenten besteht deshalb darin, den Stundenplan nicht zu überfrachten und auf einen ausreichenden Schlaf zu achten.

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Einige schwören bekanntlich darauf, dass die Lernmaterialien unter dem Kopfkissen dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen, was tatsächlich der Fall ist. Nur dass es völlig egal ist, wo die Lernmaterialien platziert werden. Hauptsache das Gehirn beschäftigt sich während des Schlafes noch einmal mit den Erlebnissen des Tages.

Hirnforscher wissen heute, dass wir vor allem in der Tiefschlafphase, gekennzeichnet durch ein Überwiegen der kurzen Wellen im EEG, lernen. Dies brachte James Antony von der Northwestern University in Evanston/Illinois in Illinois auf die Idee, seinen Probanden die Melodien, die sie zuvor auf dem Klavier gelernt hatten, während der Tiefschlafphase eines anschließenden 90-minütigen Schlafes vorzuspielen.

Die Lautstärke wurde so leise gewählt, dass die Probanden nicht erwachten. Die EEG-Signale zeigten aber, dass die Information im Gehirn ankam, wo sie die Zementierung der Gedächtnisinhalte förderten: Nach dem Erwachsen machten die Schüler in einem Test weniger Fehler als bei einer zweiten Melodie, die sie ebenfalls vor dem Schlaf gelernt hatten, die ihnen aber nicht erneut in der Tiefschlafphase vorgespielt wurde.

Die Studie dürfte bei Studenten, die sich mit der Vorbereitung auf Examen herumquälen, auf offene Ohren stoßen. Ob die Ergebnisse beim Erlernen von Musikstücken auf andere Bereiche übertragen lassen, ist offen. Wer sich jetzt des Nachts die Aufzeichnungen der Vorlesung in einer Endlosschleife vorspielen lässt, sollte besser darauf achten, dass die Vorträge nicht seinen Schlaf stören, so dass die Tiefschlafphasen ganz entfallen.

Antony betont auch, dass im Tiefschlaf nur das verfestigt wird, was tagsüber geübt wurde. Es ist deshalb vielleicht keine gute Idee einen Kommilitonen in die Vorlesung zu schicken und sich auf das nächtliche Audio-Erlebnis zu verlassen. © rme/aerzteblatt.de

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