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Weniger Knochenmasse bei jungen Männern unter HIV-Therapie

Dienstag, 26. Juni 2012

San Francisco – Männer unter 25, die mit einer antiretroviralen Therapie behandelt werden, haben später möglicherweise ein höheres Risiko, Frakturen zu erleiden. Wissenschaftler der University of California haben herausgefunden, dass diese Patientengruppe im Verlauf ihres Lebens eher eine niedrigere Knochenmasse und somit instabilere Knochen vorweist. Die Autoren unter der Leitung von Kathleen Mulligan publizierten ihre Ergebnisse im Journal Clinical Infectious Diseases (doi: 10.1093/cid/cis455) und empfehlen ein genaueres Monitoring dieser Patienten sowie eine geeignete Prophylaxe.

Schon frühere Studien konnten nachweisen, dass Erwachsene, die an dem Humanen Immundefizienz Virus erkrankt sind, häufiger eine geringere Knochenmasse haben. Diese Wirkung haben Forscher bislang auch einzelnen Medikamenten gegen das Virus zuordnen können. Den Autoren aus San Francisco ist es jedoch nach eigenen Angaben gelungen, diese Nebenwirkung einer bestimmten Patientengruppe zuzuordnen und quantitativ zu bestimmen.

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Für ihre Studie untersuchten sie junge Patienten zwischen 14 und 25 Jahren, die die Autoren einem Screening unterzogen, dass neben der Fettverteilung und Muskelmasse auch die Knochenmasse beinhaltete. Dabei berechneten sie die Knochendichte des gesamten Skeletts und die Knochenmasse in Wirbelsäule und Hüfte. Das sind bekanntlich Regionen, die besonders sensibel auf einen Masseverlust reagieren.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass die Knochendichte und der Gehalt an Calcium und anderen Mineralien bei den HIV-positiven Patienten am niedrigsten waren. So war die Knochendichte in den Hüftknochen der erkrankten Patienten um fünf bis acht Prozent und in der Wirbelsäule um zwei bis vier Prozent niedriger als bei den gesunden Patienten.

Doch die Therapie macht den Verlust der Knochenmasse anscheinend noch gravierender. Denn unter den Erkrankten waren die Knochenwerte derjenigen, die die Therapie noch nicht begonnen hatten, günstiger als bei den Patienten, die in den letzten Jahren entsprechende Medikamente einnahmen. Das traf besonders auf junge Männer zu.

Die Autoren fordern nun weitere Longitudinal-Studien, die aufzeigen sollen, ob es bei diesen Patienten im weiteren Lebensverlauf tatsächlich häufiger zu Frakturen kommt. © hil/aerzteblatt.de

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