7.851 News Medizin

Medizin

FDA: Nicht-konvulsiver Status epilepticus unter Cefepim

Mittwoch, 27. Juni 2012

Rockville – Überdosierungen des parenteralen Cephalosporins Cefepim können einen nicht-konvulsiven Status epilepticus auslösen. Das Risiko besteht vor allem, wenn bei Patienten mit Niereninsuffizienz die Dosis nicht angepasst wird.

Ein nicht-konvulsiver Status epilepticus ist gekennzeichnet durch das Fehlen von allgemeinen Muskelkrämpfen, auch wenn Myoklonien zum Krankheitsbild gehören können. Viele Patienten entwickeln eine dauerhafte Absence, es sind aber auch Umdämmerungen bis zum Koma möglich. Die Diagnose erfolgt über eine EEG-Ableitung. Der nicht-konvulsive Status epilepticus ist eine bekannte Nebenwirkung von Cefepim. Bekannt ist auch, dass die Epilepsie bei Überdosierungen auftritt. Diese Überdosierung droht vor allem bei einer eingeschränkten Nierenfunktion, da Cefepim renal eliminiert wird.

Anzeige

Die Zusammenhänge werden jedoch immer wieder übersehen. Dem Adverse Event Reporting System (AERS) der FDA wurden seit Einführung des Medikamentes ab 1996 insgesamt 59 Fälle gemeldet, von denen 58 bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion auftraten. Insgesamt 16 Patienten starben, davon 13 an der Grunderkrankung, bei den anderen 3 ist der Zusammenhang nicht klar. Von den 46 überlebenden Patienten erholten sich alle nach Absetzen des Antibiotikums vom nicht-konvulsiven Status epilepticus.

Da es sich bei den AERS um Spontanmeldungen handelt, lässt sich nicht abschätzen, wie häufig die Komplikation auftritt, die bei einem Patienten mit Niereninsuffizienz als Behandlungsfehler bewertet werden dürfte. Die FDA hat beschlossen, in der Fachinformation ausdrücklicher als bisher darauf hinzuweisen, dass ab einer Kreatinin-Clearance unter 60 ml/min eine Dosisanpassung notwendig wird. Die deutsche Fachinformation zu Maxipime nennt als Grenze eine Kreatinin-Clearance von unter 50 ml/min. © r0e/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.851 News Medizin

Nachrichten zum Thema

06.05.13
San Francisco – Die intrazerebrale Injektion von embryonalen Neuronen in den Hippocampus hat in einer Studie in Nature Neuroscience (2013; doi: 10.1038/nn.3392) die Anfallsfrequenz bei der mesialen...
02.05.13
Epilepsie: Hirnimplantat warnt vor drohendem Anfall
Melbourne – Ein Hirnimplantat, das auf der Cortexoberfläche kontinuierlich EEG-Signale registriert, konnte in einer Pilotstudie in Lancet Neurology (2013; doi: 10.1016/S1474-4422(13)70075-9)...
21.03.13
Erlangen – Das bundesweit erste Telemedizin-Netzwerk für Epilepsie-Patienten soll ab sofort in Erlangen entstehen. Das Projekt ermöglicht eine Expertenbehandlung via Computertechnik im heimischen...
08.01.13
New York – In Familien mit zwei oder mehr Epilepsie-Patienten kommt es gehäuft zu Migräne-Erkrankungen mit Aura. Dies ergab eine Kohortenstudie in Epilepsia (2013: doi: 10.1111/epi.12072). Die Autoren...
08.11.12
New York City – Die meisten Fieberkrämpfe bei Kindern sind harmlos, wenn es aber zu einem komplizierten Status epilepticus kommt, kann es zu bleibenden Hirnschäden kommen. Sie wurden in einer...
14.08.12
Kiel – Die Klinik für Neuropädiatrie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein will die internationale Zusammenarbeit im Bereich „Epilepsie im Kindesalter“ vorantreiben. Dazu haben die...
06.06.12
Hamburg – Einen Versorgungsvertrag für Epileptiker haben die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) und das bundesweit tätige Fachärztenetz NeuroTransConcept abgeschlossen. Besonders der Einsatz...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in