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Antibiotika am Auge zurückhaltend einsetzen

Donnerstag, 28. Juni 2012

München – Auch Bakterien, die eine Bindehautentzündung auslösen, reagieren zuneh­mend unempfindlich auf Antibiotika. Ärzte sollten daher bei der Verordnung zurück­haltend sein. Das berichtet die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG).

Rote, eitrig verklebte Augen, Tränenfluss und Juckreiz sind die wichtigsten Symptome einer bakteriellen Bindehautentzündung. In über 60 Prozent der Fälle heilt sie innerhalb von fünf Tagen von allein wieder aus. Antibiotische Augentropfen können helfen, die Krankheitsdauer zu verkürzen. „Studien zeigen jedoch, dass man mit der antibiotischen Gabe aber problemlos drei Tage abwarten kann“, sagte der Sprecher der DOG, Christian Ohrloff.

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„Die Hälfte der Patienten kommt dann ganz ohne Antibiotika aus“, so Elisabeth Messmer, Augenärztin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In den Klinischen Monats­blättern für Augenheilkunde hat sie einen Beitrag zum Thema veröffentlicht (2012; 229: 529-533).

Mache sich nach drei Tagen keine Besserung bemerkbar, sollten Betroffene einen Augenarzt konsultieren, der falls nötig ein Antibiotikum verordnen könne. Bei Erwachsenen kommen laut DOG zunächst die Wirkstoffe Gentamycin, Tobramycin und Azithromycin zum Einsatz.

Erst bei sehr schweren Krankheitsverläufen sollte der Arzt Fluoroquinolone verschreiben. „Denn die zunehmende Resistenzentwicklung der klassischen Erreger gegenüber allen Antibiotikagruppen ist Besorgnis erregend“, warnte Messmer. Diese Resistenzen führten dazu, dass Infekte schlimmstenfalls unbehandelbar würden. © hil/aerzteblatt.de

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