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Deutsches Zentrum für Infektionsforschung gegründet

Freitag, 29. Juni 2012

Braunschweig/Heidelberg – In dem jetzt gegründeten Deutschen Zentrum für Infektions­forschung (DZIF) am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig gehen 32 Forschungseinrichtungen in Deutschland gemeinsam gegen Infektionen vor. Das DZIF ist Teil des Konzeptes der „Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung“, mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die bedeutendsten Volkskrankheiten intensiver bekämpfen will.

In Deutschland war die Infektionsforschung laut dem BMBF bisher stark fragmentiert. Das neue Zentrum bringt über 150 Wissenschaftler an verschiedenen Standorten zusammen. „So können wir unsere Aktivitäten bündeln und die Stärken der unter­schiedlichen Einrichtungen für groß angelegte gemeinsame Forschungsprogramme nutzen“, erklärt Dirk Heinz vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig auf der Website des BMBF.

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„Infektionskrankheiten sind eine der Haupttodesursachen weltweit“, sagt DZIF-Sprecher Martin Krönke aus Köln. Immer wieder träten neue, bislang unbekannte Krankheits­erreger in Erscheinung. „Weil viele Bakterien gegen unsere gängigen Antibiotika unempfindlich geworden sind, hat sich das Problem in jüngerer Zeit sogar noch verschärft“, so Krönke.

Im Mittelpunkt der DZIF-Arbeit steht die so genannte Translation, also der verbesserte Fluss von Erkenntnissen und Innovationen aus der Grundlagenforschung in die Klinik. Außerdem ist die Ausbildung ein Schwerpunkt des Zentrums. „Junge Wissenschaftler und Ärzte für die Infektionsforschung zu gewinnen und ihnen ein optimales Rüstzeug für ihre Karriere zu vermitteln ist die Aufgabe der neu gegründeten DZIF-Akademie “ erläutert Ulrike Protzer aus München, Koordinatorin der DZIF-Akademie.

Eines der am DZIF beteiligten Zentren ist das Universitätsklinikum Heidelberg mit dem Forschungsprogramm „Heidelberg Centre for Infectious Diseases“. Dessen Leiter Hans-Georg Kräusslich ist im DZIF Koordinator des Forschungsbereichs HIV. Aufbauend auf der Expertise der Partnerstandorte wollen die Wissenschaftler beispielsweise die Entwicklung von neuen Behandlungsstrategien für Langzeitfolgen der HIV- Infektion vorantreiben. „Hier greifen die Grundlagenforschung und die klinische Anwendung eng ineinander“, so Kräusslich. Forschungsprojekte in diesem Bereich beschäftigen sich mit der Rolle der angeborenen Immunität bei HIV-Infizierten und mit Strategien zur Entfernung latenter HIV-Infektionen.

Das Universitätsklinikum Heidelberg richtet dafür zusätzlich eine Professur für Klinische Infektiologie neu ein. Sie soll den Brückenschlag von der Grundlagenforschung zur klinischen Erprobung und Anwendung weiter unterstützen. © hil/aerzteblatt.de

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