Medizin

IVF nähert sich natürlicher Fruchtbarkeit

Freitag, 29. Juni 2012

Ann Arbor – Die künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers führt heute beinahe so häufig zu einer ausgetragenen Schwangerschaft wie die natürliche Empfängnis, behaupten Repromediziner im New England Journal of Medicine (2012; 366: 2483-249). Dies trifft allerdings nur für junge Frauen zu. Ältere Frauen können häufig nur noch mit befruchteten Eizellen anderer Frauen Kinder bekommen.

Die Zahl der In-vitro-Fertilisationen oder verwandter künstlicher Befruchtungen hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. In den USA suchten in den fünf Jahren zwischen 2004 bis 2008 fast eine viertel Million Frauen ein Zentrum auf, um sich ihren Kinderwunsch mit medizinischer Unterstützung zu erfüllen. Nach der Auswertung von Barbara Luke von der Michigan State University in Ann Arbor waren am Ende 57 Prozent erfolgreich.

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Die Rate könne sich durchaus mit der natürlichen Fertilität messen lassen, findet die Gynäkologin, denn auch bei Männern und Frauen ohne Fertilitätsstörung „klappt“ es nicht immer sofort. Die Rate einer spontanen Empfängnis liegt bei 45 Prozent nach drei Monaten. Sie steigt nach 6 Monaten auf 65 Prozent und nach 12 Monaten auf 85 Prozent. Die übrigen Frauen, so darf man vermuten, wenden sich in den USA früher oder später an eines der 393 Zentren, die sich zur Society for Assisted Reproductive Technology zusammengeschlossen haben.

Dort können die Mediziner vielen, aber nicht allen Frauen helfen. Am besten sind die Ergebnisse bei jungen Frauen bis 30 Jahren. Hier erzielten unter konservativen Annahmen 64,3 Prozent nach spätestens 3 Zyklen eine Schwangerschaft. Unter optimalen Annahmen waren es sogar 74,6 Prozent. Die konservative Annahme geht davon aus, dass Frauen, die sich nach einer Behandlung nicht wieder melden, kein Kind bekommen haben. Die optimale Annahme vermutet, dass der Kinderwunsch erfüllt wurde.

Die Auswertung von Luke zeigt, dass die kumulative Erfolgsrate mit zunehmendem Alter der Frau sinkt. Im Alter ab 43 Jahren bekommen nur noch 6,6 bis 11,3 Prozent ein Kind, wenn sie darauf bestehen, dass ihre eigenen Eizellen verwendet werden. Bei der Verwendung von Spender-Eizellen lagen die Erfolgsraten in allen Altersgruppen zwischen 60 und 80 Prozent. © rme/aerzteblatt.de

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