5.499 News Vermischtes

Vermischtes

Auswirkungen von Mindestmengen­regelungen weiter unklar

Montag, 2. Juli 2012

Köln – „Kein einheitlicher Trend“ lässt sich zurzeit aus den Studien zur Auswirkung von Mindestmengen auf die Behandlungsqualität ableiten. Das liegt vor allem daran, dass es nur wenige Studien von zumeist unzureichender Qualität gibt. Das berichtet das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Welche medizinischen Leistungen Kliniken ambulant erbringen können, legte der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) bislang in einer Richtlinie fest und gab dabei unter anderem auch bestimmte Mindestmengen vor. Ein Krankenhaus muss also bei der jeweiligen Intervention eine bestimmte Fallzahl erreichen, um sie weiter ambulant anbie­ten und abrechnen zu können. Seit Inkrafttreten des Versorgungsstrukturgesetzes 2012 können auch niedergelassene Ärzte diese Leistungen erbringen. Sie heißen jetzt „spezialärztliche Leistungen“.

Anzeige

Das IQWiG sollte im Auftrag des G-BA prüfen, welche Methoden besonders geeignet sind, Mindestmengen zu berechnen und festzulegen. Zudem sollte das Institut untersuchen, wie sich solche Fallzahlen auf die Behandlungsqualität auswirken.

Zur letzteren Frage konnte das IQWiG zehn Studien auswerten. Diese basierten vor allem auf administrativen Krankenhausdaten und auf Krankenhausbefragungen. Insgesamt stuft das IQWiG die Studienlage als schlecht ein. Was die Auswirkungen auf Sterblichkeit, Beschwerden und Folgekomplikationen sowie Notwendigkeit erneuter medizinischer Eingriffe betrifft, zeigen die verfügbaren Studiendaten laut den Kölner Wissenschaftlern gegensätzliche Effekte. Ein einheitlicher Trend ließ sich nicht ableiten.

„Keine einzige Studie befasste sich mit den qualitätssichernden oder -steigernden Auswirkungen von Mindestmengen in Hinblick auf diejenigen medizinischen Leistungen, die bislang in Deutschland ambulant im Krankenhaus durchgeführt und abgerechnet werden konnten“, kritisiert das IQWiG. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
5.499 News Vermischtes

Nachrichten zum Thema

18.12.12
Bundessozialgericht kippt Erhöhung der Mindestmengen bei Frühgeborenen
Berlin – Für die Behandlung von Frühgeborenen unter 1.250 Gramm gilt für Kliniken weiterhin eine Mindestmenge von 14 pro Jahr. Der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist nichtig, die...
05.11.12
Berlin – Ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten ist das Perinatalzentrum der Deutsche-Rote-Kreuz (DRK)-Kliniken Berlin-Westend. Die Kliniken bestätigten jetzt, dem Berliner Landeskriminalamt (LKA)...
14.09.12
Mindestmengenurteil stößt auf geteilte Reaktionen
Berlin – Die Entscheidung des Bundessozialgerichtes Mindestmengen bei künstlichen Kniegelenken grundsätzlich zuzulassen, sorgt im Gesundheitswesen für geteilte Reaktionen. Während die...
12.09.12
Kassel – Mindestmengen bei künstlichen Kniegelenken sind im Grundsatz zulässig, wenn sie den Patienten eine bessere Behandlungsqualität bringen. Das entschied am Mittwoch das Bundessozialgericht (BSG)...
03.09.12
Hamburg – Patienten sollten sich vor einer Operation aktiv erkundigen, wie häufig der Chirurg einen minimalinvasiven Eingriff bereits vorgenommen habe. Das rät die Deutsche Gesellschaft für Allgemein-...
24.02.12
Berlin – Die AOK hat sich für die Einführung von Mindestfallzahlen bei onkologischen Operationen ausgesprochen. „Unser Ziel ist es, die Qualität der Versorgung für die Patienten zu verbessern",...
20.01.12
G-BA setzt Mindestmengen­regelung bei Frühgeborenen aus
Berlin – Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, die Mindestmengenregelung zur Behandlung von Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.250 Gramm bis zu einer Entscheidung des...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in