6.828 News Politik

Politik

AOK Plus: Versicherte erhalten online Einblick in die Arztabrechnung

Mittwoch, 4. Juli 2012

Dresden – Einblicke in die Arzt-Abrechnungen sollen die rund 2,7 Millionen Versicherten der AOK Plus über das Internet erhalten. Das berichteten gestern die Dresdner Neuesten Nachrichten. Der Vorstandsvorsitzende der AOK Plus, Rolf Steinbronn, erhofft sich von dem Schritt „mehr Transparenz“. In einem Interview mit der Zeitung sagte er, dass die Versicherten außerdem den Wert der Gesundheitsversorgung besser schätzen lernen könnten.

Die Kasse richtet für die Abrechnungen ein eigenes Informationsportal ein. Versicherten können Zugangsdaten beantragen und die Abrechnungen von Ärzten, Krankenhäusern und Apotheken mit einem Passwort einsehen, berichtet eine Kassensprecherin gegen­über dem Deutschen Ärzteblatt. Ein Zusammenhang mit Telematik-Projekten der elektronischen Gesundheitskarte bestehe nicht.

Anzeige

Im AOK-System hat die AOK Nordwest bereits Erfahrungen mit der Online-Bereitstellung von Abrechnungsdaten gemacht. Dort haben sich rund 20.000 Versicherte angemeldet. Wie viele Patienten das neue AOK-Plus-Angebot nutzen werden, sei aber noch unklar, so die Sprecherin gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.828 News Politik

Nachrichten zum Thema

03.05.13
Bremen – Die Krankenkasse hkk mit Sitz in Bremen bietet ihren Versicherten ab sofort eine elektronische Patientenquittung an. Die rund 360 000 Versicherten der hkk könnten jederzeit online sehen, wie...
29.04.13
Hamburg – Eine neue Form der Patientenquittung hat die Techniker Krankenkasse (TK) entwickelt. Sie hat dazu rund 10.000 Fachbegriffe von A wie Apherese bis Z wie Zytostatikum in patientenverständliche...
15.01.13
Stuttgart – Als „Beitrag zu mehr Transparenz“ hat der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Baden-Württemberg, Norbert Metke, Patientenquittungen bezeichnet, die Krankenkassen...
19.12.12
Tübingen – Welche Leistungen Ärzte über die Krankenversichertenkarte abgerechnet haben und was die jeweilige Leistung gekostet hat, können Versicherte der AOK Nordwest jetzt auch mobil einsehen....
28.09.12
Dresden – Als erste gesetzliche Krankenkasse in Ostdeutschland führt die AOK Plus eine Internetdatenbank für Arztrechnungen ein. Mit der elektronischen „Patientenquittung“ will sie ihren Versicherten...
06.08.12
Düsseldorf – Versicherte der AOK Rheinland/Hamburg erhalten ab sofort online eine persönliche Übersicht über Kosten und Art der bei ihnen durchgeführten ärztlichen Behandlungen durch niedergelassene...
05.09.11
Berlin – Eine Quittung über die von ihrem Arzt erbrachten Leistungen können Patienten bereits seit über sieben Jahren direkt in der Arztpraxis verlangen. Von dieser Regelung des...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Senbuddy
am Donnerstag, 5. Juli 2012, 12:40

Es geht um Monistik und das Aufblähen von Schwierigkeiten...

...die die AOKn damit Ärzten und Krankenhäusern machen möchten.

Es ist natürlich nichts dagegen zu sagen, dass Patienten ihre Daten erfahren und ihre Abrechnungen erhalten. Das ist gut und richtig und sollte so sein. Wie bei jeder anderen Dienstleistung auch. Und es sollte ruhig verpflichtend sein, dass auch jeder Kassenpatient seine Abrechnungen sofort mitbekommt oder vom Arzt oder Krankenhaus nach Hause geschickt bekommt. Wie bei den privaten Krankenversicherungen und den Selbstzahlern auch. Da hat ja schließlich auch kein Arzt "Angst vor Transparenz" (wie es so oft unterstellt wird...).

Bei den AOKn liegt der Zweck dieser öffentlichen Angebote aber ganz woanders. Denn die AOKn sind bekanntermaßen diejenigen unter den GKVen, die Ärzten mit ihren oft auch recht unqualifizierten "Rückfragen" und angeblichen "Hilfestellungen" am meisten sinnlosen bürokratischen Aufwand bescheren.

Der Zweck dieser Veröffentlichungen liegt also vor allem darin, sich mit den Patientenrückfragen (die aufgrund des neuen Internet - Angebotes dann meist natürlich an die jeweilige AOK und nicht an den Arzt oder das Krankenhaus wenden...) sozusagen "Munition" zu verschaffen, um die Ärzte und Krankenhäuser noch mehr mit Rückfragen zu überhäufen.

Das ist ein ähnliches Prinzip wie es auch Behörden oft haben:
Wenn man gegen jemanden vorgehen möchte, überzieht man ihn mit möglichst vielen Nachweispflichten und Rückfragen.

Beispiel Steuerbehörden: Früher konnte man geschäftliche Bewirtungen oder Fahrtkosten sehr viel einfacher absetzen als heute. Durch ständig verschärfte Ausführungsvorschriften muss heute vom Steuerpflichtigen eine so extreme Vielzahl von handschriftlichen Eintragungen in Fahrtenbüchern und auf Rechnungen vorgenommen werden, dass kaum noch Bewirtungen oder Fahrtkosten abgesetzt werden. Damit hat man quasi Rechte von Bürgern "abgeschafft" ohne jegliche Gesetzesänderung. So einfach geht das und so gehen auch GKVen gegen Ärzte vor...

Diese Veröffentlichungen sind nur wieder ein kleiner Baustein in dem Bestreben, dass GKVen einfach mehr Kontrolle und "Macht über die Ärzteschaft" haben möchten. Und überhaupt mehr "Macht im Lande". Minister Bahr warnt ja schon vor "Monistik", d.h. vor der vollständigen Kontrolle der Kassen über das gesamte Gesundheitswesen.

Dazu passen auch alle anderen Bestrebungen der GKVen (Bürgerversicherung, Kontrolle über die Notwendigkeit von OPs, die Gesundheitskarte zum Verhindern von Zweitmeinungen u.v.a.). Es geht nach dem immer gleichen Motto "Bürokraten überwachen Mediziner".

Und man arbeitet an allen Fronten...
Viele Grüße
S.
Mathilda
am Donnerstag, 5. Juli 2012, 10:06

Kann es sein...

... das Sie und andere Ärzte einfach nur Angst vor dieser Form von Transparenz haben?
Die ewige Angst vorm "gläsernen Patienten" ist doch mehr eine Angst vorm "gläsernen Arzt". Nur: Die Kassenzulassung gibt trotzdem (fast) keiner her.
Thelber
am Mittwoch, 4. Juli 2012, 22:20

es ist schon erstaunlich ....

.... wofür Kassen Geld "übrig" haben. Denn übrig muss es sein, wenn so etwas wichtiger ist als die ordentliche Honorierung von uns Ärzten.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in