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Gesundheits­wirtschaft will im Nordosten kräftig wachsen

Mittwoch, 4. Juli 2012

Rostock – Medizinische Produkte und Dienstleistungen sollen in den kommenden Jahren Tausende weitere Arbeitsplätze nach Mecklenburg-Vorpommern bringen. Die Gesund­heitswirtschaft habe in den vergangenen Jahren „die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen" und biete daher beste Chancen, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Mittwoch bei einer Expertenkonferenz der Branche in Rostock-Warnemünde. Das Land knüpfte bei der Veranstaltung unterdessen engere Bande nach Holland und in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) teilte Sellerings Optimismus und sagte, Produkte der deutschen Gesundheitswirtschaft könnten zu Exportschlagern werden. Schon heute biete die Branche noch vor der Automobilindustrie und dem Maschinenbau die meisten Arbeitsplätze, und die Nachfrage zum Beispiel für Fitnessprodukte wachse, sagte Bahr. Mecklenburg-Vorpommern könne sich insbesondere als Vorreiter der Telemedizin profilieren, mit der Menschen auf dem Lande ärztlichen Rat auf Distanz erhalten.

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Allein im Nordosten arbeiten nach Angaben des Landes mehr als 90.000 Menschen in der medizinischen Forschung sowie für Dienstleister wie Kliniken oder in der Produktion etwa von Naturkosmetik. Im vorigen Jahr seien 3.000 Jobs hinzugekommen. Die Branche mache etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.

Vertrag mit Arabern und Kooperation mit Holländern
Der Vorsitzende des Landeskuratoriums Gesundheitswirtschaft, Horst Klinkmann, der zugleich Kongresspräsident ist, berichtete über einen Vertrag mit den Vereinigten Arabischen Emiraten: Spezialisten aus Güstrow werden das CyberKnife-System nach Abu Dhabi bringen. Ein weiteres Abkommen sollte am Abend mit der niederländischen Provinz Drenthe geschlossen werden. Mecklenburg-Vorpommern und die Region im Nordosten des Nachbarlandes wollen auf dem Gebiet des „gesunden Alterns“ Erfahrungen austauschen, sagte Klinkmann.

Sellering forderte die Krankenkassen auf, allen Patienten die Kosten für neue Heilmethoden zu erstatten. „Vom medizinischen Fortschritt müssen alle profitieren“, sagte er. Um den wirtschaftlichen Fortschritt machte er sich in diesem Bereich weniger Sorgen: Weil das Gesundheitsbewusstsein wachse und die Lebenserwartung steige, seien die Wachstumschancen besonders für mittelständische Unternehmen und Existenzgründer hoch. Zugleich müsse die Arbeit in der Branche aber gut bezahlt werden, mahnte er. Zeitgleich demonstrierten wenige Hundert Meter vor dem Konferenzgebäude Pflegekräfte gegen eine Absenkung der Vergütung bei der häuslichen Krankenpflege mit den Krankenkassen AOK, IKK und BKK. © dapd/aerzteblatt.de

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jokomorowski
am Donnerstag, 5. Juli 2012, 10:10

Woher nehmen?

Eine prinzipiell erfreuliche Entwicklung. Nur woher will man die qualifizierten Arbeitskräfte holen, die jetzt schon an allen Ecken und Enden fehlen und die sich tendenziell - im Falle eines Wechsels des Arbeitsplatzes - regional eher nach Westen und Süden orientieren?

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