Kammer Berlin kritisiert Abrechnungsstreit bei Notfalleinsätzen
Mittwoch, 4. Juli 2012
Berlin – Die Ärztekammer Berlin hat die Krankenkassen und die Feuerwehr der Stadt ermahnt, ihren Abrechnungsstreit bei Notfalleinsätzen nicht auf dem Rücken der Patienten auszutragen. „Der Konflikt muss schnellstmöglich ein Ende haben, um die Berliner nicht weiter zu verunsichern“, forderte Werner Wyrwich aus dem Vorstand der Ärztekammer. Es bestehe die Gefahr, dass Notfallpatienten aus Angst, später zur Kasse gebeten zu werden, nicht den Rettungswagen riefen, obwohl sie echte medizinische Notfälle seien. „Das wäre absolut fatal und fahrlässig“, warnte der Unfallchirurg.
Seit vergangenem Sonntag erhalten Patienten nach einem Einsatz des Rettungswagens zuerst eine Rechnung von der Feuerwehr. „Hier wird in einem Kostenstreit mit Menschenleben gespielt“, kritisierte Wyrwich. Gerade in einer Stadt wie Berlin mit vielen sozial Schwachen könne diese Praxis gravierende Folgen haben.
Wenn Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden bei der Feuerwehr oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin anriefen, prüften diese, ob der Einsatz eines Rettungswagens notwendig sei. „Die rund 200.000 Patienten pro Jahr, die dann zur Rettungsstelle eines Berliner Krankenhauses transportiert werden, müssen somit als echte Notfälle angesehen werden“, betonte das Vorstandsmitglied und forderte insbesondere die Krankenkassen auf, nach dem Aufkündigen der Abrechnungsregelung wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. © hil/aerzteblatt.de
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