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Ärzte kritisieren Diskriminierung psychisch Kranker im Arzneimittelreport

Donnerstag, 5. Juli 2012

Berlin – Den Arzneimittelreport 2012 der Barmer GEK scharf kritisiert haben die Deut­sche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) und der Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). Der Report verbreite unwissenschaftliche Schlussfolgerungen über die Verschreibung von Psychopharmaka und stigmatisiere psychisch Kranke, hieß es aus der Fachgesellschaft und den Berufsverbänden.

Nach dem Report erhalten Frauen in Deutschland etwa zwei- bis dreimal mehr Psycho­pharmaka als Männer. Der Report behauptet weiter, solche geschlechtsspezifischen Differenzen seien medizinisch kaum begründbar, widersprächen den wissenschaftlichen Leitlinien und bürgen ein hohes Abhängigkeitsrisiko.

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„Bei Frauen treten Depressionen und Angststörungen weit häufiger auf als bei Männern, ebenso ist ihre Bereitschaft, sich mit psychischen Störungen in ärztliche Behandlung zu begeben, höher“, sagte der Präsident der DGPPN, Peter Falkai.

In beiden Indikationen empfählen die Leitlinien Psychopharmaka. Dagegen sei bei Alkoholismus, der bei Männern viel häufiger als bei Frauen vorkomme, eine Arznei­mitteltherapie gemäß geltender Leitlinien eher selten indiziert. „Leitliniengemäße Behandlung hat folglich eine höhere Verordnungsrate von Psychopharmaka bei Frauen zwingend zur Folge“, betonte Falkai.

Die Fachgesellschaft und die Berufsverbände wiesen darauf hin, dass viele psychische Störungen chronische Erkrankungen seien, die eine Dauertherapie mit Psychopharmaka erforderlich machten. Eine solche leitliniengerechte Therapie steigere nachweislich die Lebensqualität und fördere die Selbstbestimmung der Betroffenen. © hil/aerzteblatt.de

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