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Nur hoch dosiertes Vitamin D kann Frakturen verhindern

Donnerstag, 5. Juli 2012

Zürich – Randomisierte Studien zur Vitamin-D-Prophylaxe von osteoporotischen Frakturen im Alter haben bisher keine eindeutigen Ergebnisse geliefert. Eine neue Meta-Analyse im New England Journal of Medicine (2012; 367:40-49) kommt zu dem Ergebnis, dass ein Effekt nur bei höheren Dosierungen zu erwarten ist.

Vitamin D fördert die Resorption von Kalzium im Darm und dessen Einbau in den Knochen. Die Substitution mit Vitamin D ist deshalb ein plausibler Ansatz in der Präven­tion der Osteoporose, zumal viele ältere Menschen niedrige Vitamin D-Werte haben, da sie sich zu wenig im Freien aufhalten und sich oft vitaminarm ernähren.

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Die Ergebnisse der zahlreichen randomisierten klinischen Studien waren nicht eindeutig. Eine Cochrane-Analyse auf der Basis von 45 Studien mit 84.585 Teilnehmern kam zuletzt zu dem Ergebnis, dass allenfalls die Kombination von Vitamin D mit Kalzium in der Lage ist, Frakturen zu vermindern. Doch auch hier wurde nur eine Reduktion um relativ 16 Prozent erreicht.

Heike Bischoff-Ferrari vom Universitätsspital Zürich glaubt, dass die unbefriedigenden Ergebnisse in den Studien auf eine häufig zu niedrige Dosierung zurückzuführen sind. Ihre Meta-Analyse schlüsselt deshalb die Daten (aus 11 Studien mit 31.022 Teilnehmern) nach der aktuellen Einnahme von Vitamin D auf, wobei sie die Therapieadhärenz und die zusätzliche Einnahme von Supplementen (neben der Medikation) berücksichtigt hat.

Für das Quartil mit der höchsten Vitamin D-Zufuhr (median 800 IU pro Tag) errechnet Bischoff-Ferrari eine Reduktion der Hüftfrakturen um 30 Prozent gegenüber Placebo (Hazard Ratio HR 0,70; 95-Prozent-Konfidenzintervall 0,58-0,86), während es in der Gesamtgruppe nur zu einem Rückgang um 10 Prozent kam.

Die Rate von nicht-vertebralen Frakturen geht bei einer hohen Zufuhr von Vitamin D um 14 Prozent zurück (HR 0,86; 0,76-0,96) gegenüber nur 7 Prozent in der Gesamtheit aller Vitamin-D-Dosierungen. Anders als in den früheren Meta-Analysen war die Wirkung nicht an die zusätzliche Einnahme von Kalzium gebunden oder auf Subgruppen (wie Pflege­heimbewohner) beschränkt.

Der Editorialist Robert Heaney vom Osteoporosis Research Center an der Creighton University Medical Center in Omaha/Nebraska vermutet, dass die Wirkung von Vitamin D noch besser sein könnte, wenn die Dosis an den Bedarf angepasst würde. In den meis­ten Studien wurden die Teilnehmer nämlich ohne Rücksicht auf die Ausgangs­kon­zen­trationen im Blut behandelt, die beim Vitamin D in Abhängigkeit von Sonnenexposition und Ernährung stark schwanken können.

Bei sehr niedrigen Plasmawerten könnte die Dosis zu gering sein, um eine Wirkung zu erzielen. Bei sehr hohen Ausgangswerten könnte eine zusätzliche Substitution sogar toxische Wirkungen haben, ohne die Frakturrate weiter zu senken, befürchtet der Osteoporoseforscher. © rme/aerzteblatt.de

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