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Versorgung älterer ADHS-Patienten oft unklar

Montag, 9. Juli 2012

Hamburg – Auf Probleme bei der Versorgung von Erwachsenen mit der Aufmerksam­keitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hat die hil (TK) hingewiesen.

„ADHS hört nicht plötzlich mit der Volljährigkeit auf“, sagte Edda Würdemann, Apothe­kerin bei der TK. Es sei besonders wichtig, dass die jungen Patienten auch über das Kinder-und Jugendalter hinaus eine dem Alter angemessene Therapie erhielten und von entsprechend qualifizierten Fachärzten lückenlos betreut würden.

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Eine TK-Auswertung zeige, dass es zurzeit noch nicht klar genug geregelt sei, welcher Facharzt in der Übergangszeit vom Jugend- ins Erwachsenenalter für die Behandlung zuständig sei. „Während die 17- bis 20-Jährigen überwiegend weiterhin zum Kinderarzt gehen, suchen die Patienten in der Altersgruppe der 20- bis 23-Jährigen eher einen Neurologen oder Allgemeinarzt auf“, so Würdemann.

Bei diesem Übergang sei die enge Zusammenarbeit der einzelnen Fachärzte besonders wichtig. Der Kinderarzt und der künftig behandelnde Mediziner sollten gemeinsam beraten, wie die Therapie weitergeführt werden sollte. Eine besondere Rolle spielten dabei auch das individuelle Lebensumfeld des jungen Patienten und der Abkoppelungs­prozess von den Eltern.

Experten gehen heute davon aus, dass auch über das Jugendalter hinaus etwa zwei bis vier Prozent der Erwachsenen von ADHS betroffen sind. Die TK mahnt auch für diese Patientengruppe zu besonderer Umsicht in der Behandlung mit Ritalin.

„Medikamente sollten immer nur im Rahmen einer sogenannten multimodalen Therapie eingesetzt werden. Das heißt, Arzneimittel können immer nur ein Teil der Lösung sein“, so Würdemann. Langfristig müssten die jungen Erwachsenen lernen, auch ohne Medikamente mit ihrer Erkrankung umzugehen. © hil/aerzteblatt.de

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