6.288 News Vermischtes

Vermischtes

Gute Personalausstattung für Intensivstationen essenziell

Donnerstag, 12. Juli 2012

Berlin – Auf Intensivstationen mit zu wenig Personal sind die Fehlerrisiken besonders hoch. Das berichtet das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung (dip) im sogenannten Pflege-Thermometer 2012. Das dip hat dazu 535 Leitungskräfte von Intensivstationen zur Personalausstattung, Patientenversorgung, Patientensicherheit und zum Aufgabenbereich der Intensivpflege in ganz Deutschland befragt.

„Wir waren schon überrascht, wie häufig kritische Zwischenfälle beschrieben worden sind. Das Ausmaß ist erschreckend“, sagte der dip-Projektleiter Michael Isfort. Die Studie habe flächendeckend Probleme identifiziert, die vermeidbar erscheinen. „Dazu aber müssten die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Ausstattung mit Fachpersonal und technischem Gerät konsequent umgesetzt werden“, sagte er.

Anzeige

Die Mängel betreffen neben der Angehörigenbetreuung und der psychosozialen Begleitung der Patienten Kernelemente der Pflegearbeit wie eine angemessene Überwachung von verwirrten Patienten, die Mobilisierung von Patienten oder die Unterstützung der Nahrungsaufnahme.

Auch bei Medikamentengaben, Hygienemaßnahmen und Verbandswechseln hätten jeweils etwas mehr als die Hälfte der Befragten Fehler innerhalb der letzten sieben Arbeitstage nicht ausschließen können. Die Studie zeige, dass besonders dort eine höhere Fehlerquote eingeschätzt wurde, wo eine Pflegekraft drei statt zwei Patienten betreue. „Damit wird ein Zusammenhang zwischen einer geringeren Pflegekapazität und höheren Risiken für die Patienten sichtbar“, hieß es aus dem dip.

Die Befragung zeige, dass die Arbeitsbelastung für die Pflegefachkräfte auch auf Intensivstationen weiter zunehme. Die Zahl der Behandlungsfälle steige von Jahr zu Jahr, aber die Personalausstattung hinke hinterher. Jede zweite befragte Leitungskraft stellt laut der Studie eine Zunahme an ernsthaften und längerfristigen Erkrankungen bei den Mitarbeitern fest.

„Es wird höchste Zeit, dass umfassend in die Pflege investiert wird, wenn die Gesundheitsversorgung in Deutschland auf möglichst hohem Niveau erhalten bleiben soll“, betonte Isfort. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.288 News Vermischtes

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Thelber
am Sonntag, 15. Juli 2012, 00:00

Das gilt ganz sicher ....

.... nicht nur für die Intensivstation.

Wo viel Stress ist, da ist auch eine hohe Fehlerrate !!

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in