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„Akademischer Frühling“ in Großbritannien setzt auf Open Access

Montag, 16. Juli 2012

London – Die Ergebnisse aus der öffentlich finanzierten Forschung sollen in Groß­britannien künftig jedermann frei und unentgeltlich zugänglich sein. Das sieht eine Open-Access-Initiative vor, die das britische Wissenschaftsministerium jetzt umsetzen möchte. Vorangegangen war eine breite Initiative aus der Wissenschaft, die sich in Anlehnung an den „Arabischen Frühling“ „Akademischen Frühling“ nennt. Sie hatte dagegen protestiert, dass die großen Wissenschaftsverlage mit den Forschungs­ergebnissen Profite machten. Unter anderem hatten 12.000 Wissenschaftler den Elsevier Verlag boykottiert.

„Wenn der Steuerzahler für die Forschung bezahlt hat, sollte es keine Kostenhürden geben, bevor er deren Ergebnisse lesen kann“, sagte der britische Wissenschafts­minister David Willets. Er gehe davon aus, dass es bis 2014 den freien Zugang zu den Forschungsergebnissen geben werde, sagte er der Zeitung The Guardian. Der freie Zugang solle nicht nur für Universitäten gelten, sondern auch für Firmen und Privatleute weltweit.

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Viele Wissenschaftler in England begrüßen die Initiative, aber es gibt auch Bedenken: So äußerten einige Wissenschaftler gegenüber dem Guardian die Befürchtung, die rund 50 Millionen Pfund, die die Open-Access-Umsetzung jährlich kosten werde, würden dem Wissenschaftssystem künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Laut der Zeitung bezahlen die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Großbri­tannien zurzeit rund 200 Millionen Pfund im Jahr für die Abonnements der Wissen­schafts­magazine. Diese bezahlen davon wiederum unter anderem die sogenannten Peer Reviews, also die Gutachten der neu eingereichten Paper. Dies wird sich mit Open Access verändern, auch wenn noch nicht vollkommen klar ist, wie: Eine Möglichkeit wäre, dass die Autoren selbst sogenannte Article Processing Charges (APCs) aufbringen, damit ihre Artikel begutachtet, editiert und veröffentlicht werden. Diese APCs liegen offenbar bei rund 2.000 Pfund pro Paper. © hil/aerzteblatt.de

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