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Kompaktkurs Gesundheitssystem: Gesamtbild statt Puzzleteile

Dienstag, 17. Juli 2012

Berlin – Zahlreiche ausländische Ärztinnen und Ärzte absolvieren in Deutschland eine Weiter- oder Fortbildung oder arbeiten längere Zeit hier. Manche von ihnen vermissen ein Kursangebot, das einen Überblick über das hiesige Gesundheitssystem gibt, der am ärztlichen Arbeitsalltag orientiert ist.

Vor kurzem hat die Kaiserin Friedrich-Stiftung in Berlin einen solchen zweitätigen Kurs für Ärztinnen und Ärzte mit guten Deutschkenntnissen angeboten. Er umfasste neben grundsätzlichen Informationen zum Gesundheitssystem Hinweise zu Fragen der Weiterbildung, des deutschen Medizinrechts und zu Dokumentations- und Aufklärungspflichten. Esmeralda Heiden (55), die aus Kolumbien stammt und längere Zeit in Schweden gearbeitet hat, nahm teil – mit Gewinn, wie sie sagt.

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Fünf Fragen an Esmeralda Heiden, Koordinatorin der Tumorbiobank am Comprehensive Cancer Center des Berliner Universitätsklinikums Charité (CCCC)

DÄ: Frau Doktor Heiden, wie sind Sie auf den Kompaktkurs über das deutsche Gesundheitssystem für ausländische Ärztinnen und Ärzte aufmerksam geworden?
Heiden: Ich habe eine Einladung der Berliner Ärztekammer dazu bekommen und fand das Angebot sehr interessant. Deshalb habe ich mich angemeldet.

DÄ: Was hat Sie an der Einladung angesprochen?
Heiden: Ich hatte den Eindruck, dass es tatsächlich darum gehen wird, Ärzten aus dem Ausland das deutsche Gesundheitssystem in seinen Grundzügen zu erläutern. Ich habe vor meiner Tätigkeit an der Charité in anderen Bereichen gearbeitet, zum Beispiel  in der Biotechnologie. In diesen zehn Jahren habe ich immer einzelne Informationen bekommen, aber nie einen Gesamteinblick. Es war, als ob man immer nur einzelne Puzzleteile vor sich hatte, nie aber das ganze Bild.   

DÄ: Was können Sie nun, nach dem Kurs, besser nachvollziehen?
Heiden: Es kam mir insgesamt so vor, als ob man durch die Vorträge sehr gut durch ein sehr kompliziertes System gelotst wird. Manche Themen fand ich besonders hilfreich für meine tägliche Arbeit. Ich bin ja in der Forschung tätig und habe regelmäßig zu tun mit Datenschutz, Patienteneinwilligungen, Qualitätssicherung. Nun kann man das alles noch einmal anders einordnen und verstehen, warum manches wichtig und notwendig ist. Ich habe zuvor vieles nachgelesen und auch Veranstaltungen besucht. Aber diese hatten meist andere Schwerpunkte. Im Kurs der Kaiserin Friedrich-Stiftung waren die Themen sehr arzt- und patientennah. Ich habe auch das Gefühl, dass ich nun sicherer auftreten kann, wenn ich beispielsweise eine Patienteneinwilligung einholen muss.

DÄ: Ist es denn aber möglich, praxisnahe Informationen über das Gesundheitswesen in einen zweitätigen Kurs zu packen?
Heiden: Manchmal ging es schon sehr viel um einzelne Paragrafen, und das war schwierig zu verdauen.

DÄ: Gibt es etwas, das man an solch einem Kurs noch verbessern könnte?
Heiden:  Mich hat enttäuscht, dass es dafür keinen einzigen Fortbildungspunkt von der Ärztekammer gab. Und es wäre schön, wenn wenigstens ein Referent einen Migrationshintergrund hätte. © Rie/aerzteblatt.de

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