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Regierung bestätigt Lieferengpässe von Arzneimitteln in deutschen Kliniken

Dienstag, 17. Juli 2012

Berlin – ­ Die Bundesregierung bestätigt, dass es „in jüngster Vergangenheit einige wenige Fälle“ gegeben habe, in denen „bestimmte Arzneimittel zeitweise nicht oder nicht ausreichend“ in deutschen Kliniken verfügbar gewesen seien. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken hervor (Drucksachen-Nummer 17/10072).

Diese Fälle seien meist auf Qualitätsmängel bei einzelnen Arzneimitteln oder auf Qualitätsmängel in Wirkstoffbetrieben zurückzuführen gewesen. Das Vorliegen von länger andauernden Lieferengpässen für lebenswichtige Arzneimittel lasse sich hingegen nicht bestätigen.

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Ob Lieferengpässe von Arzneimittel an Krankenhäuser in Deutschland ein zunehmendes Problem darstellen, kann die Bundesregierung derzeit nicht bestätigen. Die bislang aufgetretenen Fälle von Verfügbarkeitsstörungen hätten jedoch nicht auf einem Marktversagen beruht.

Auf die Frage, was die Bundesregierung plane, um den Versorgungsengpässen entgegenzuwirken, verwies sie auf eine Tagung des Rates der Europäischen Union (EU) im Juni dieses Jahres, auf der die Versorgung mit Rohstoffen für pharmazeutische Verwendungszwecke in der EU thematisiert worden sei.

„Es handelt sich jedoch um ein vielschichtiges Thema, das im Kreis der EU-Mitglied­staaten noch der weiteren Erörterung bedarf“, heißt es in der Antwort der Regierung. Konkrete Maßnahmen seien deshalb auf der Tagung noch nicht beschlossen worden.

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig, hatte gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt vor einigen Wochen die Pharmahersteller dazu aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, ein Medikament auch bereitstellen zu können, wenn sie die Zulassung dafür erhalten hätten. Drohten dennoch Lieferengpässe, sollten die Bundesoberbehörden Ärzte und Apotheker frühzeitig darüber informieren, damit diese sich darauf einstellen könnten.

Die Gesundheitsexpertin der Linken, Kathrin Vogler, kritisierte, die Bundesregierung schiebe der Europäischen Union den Schwarzen Peter zu, statt selbst aktiv zu werden. „Die Versorgung mit Arzneimitteln ist ein Teil elementarer Daseinsvorsorge. Ich bin bestürzt angesichts der Sorglosigkeit, mit der die Bundesregierung das Versagen des Marktes und auch der Gesetze kommentiert“, so Vogler. / fos

© fos/aerzteblatt.de

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