Fachgesellschaften betonen Nutzen der Lysetherapie bei Schlaganfall
Dienstag, 17. Juli 2012
Berlin – Auf neue Ergebnisse zur Lysetherapie bei Schlaganfall haben die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen. Die beiden Fachgesellschaften fordern, dass deutlich mehr Patienten mit Schlaganfall eine Lysetherapie erhalten sollen. „Bisher sucht man eher nach Gründen, die Lyse nicht durchzuführen – wir sollten aber eher die Lyse als Standard betrachten, statt die indizierten Patienten zu selektieren“, sagte Martin Grond, Vorstandsmitglied beider Gesellschaften.
Die Entscheidung für eine Lyse-Therapie erfordert eine ausführliche Untersuchung des Patienten, damit keine unerwünschten Nebenwirkungen wie verstärkte Blutungen auftreten. Die neuen Studien belegen nun, dass eine Lysetherapie auch dann mit ausreichender Sicherheit anwendbar ist, wenn die Entscheidung für oder gegen diese Therapie durch die bisherige Zulassung nicht abgedeckt ist.
Bei einem Teil der Patienten, die ausgeschlossen sind, werden ähnliche Erfolgsraten wie bei Standardindikationen erreicht. Dies gilt zum Beispiel für Patienten mit schweren Schlaganfällen oder bei Patienten, die aufgrund ihres Alters über 80 Jahre nicht entsprechend behandelt werden dürfen.
DSG und DGN beziehen sich bei ihren Empfehlungen auf die weltweit größte Thrombolyse-Studie „IST-3“ (Lancet 2012, 379: 2352-2363) und eine Meta-Analyse mehrerer wissenschaftlicher Arbeiten (Lancet 2012, 379: 2364-2372). „Diese Daten untermauern unsere Empfehlung, die Lyse noch mehr in der Routinetherapie zu verankern“, so Gronds Fazit. © hil/aerzteblatt.de
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