Hollande stößt Debatte über aktive Sterbehilfe an
Mittwoch, 18. Juli 2012
Francois Hollande dapd
Paris – Der französische Staatspräsident Francois Hollande hat eine nationale Debatte über aktive Sterbehilfe angestoßen. Wie französische Medien (Mittwoch) berichten, kündigte Hollande die Schaffung einer Ethik-Arbeitsgruppe an, die sich mit dem Lebensende beschäftigen solle. Vorsitzender soll den Angaben zufolge Didier Sicard werden, ehemaliger Leiter der französischen Ethikkommission (CCNE). Bis Dezember werde es mehrere öffentliche Diskussionsrunden geben, in denen die gesellschaftliche Meinung zur Sterbehilfe ermittelt werden solle, heißt es.
Hollande habe zudem Bereitschaft signalisiert, die finanziellen Mittel für Palliativmedizin aufzustocken. Die Schmerzen von zwei Dritteln der Sterbenden könnten heute mit entsprechenden Medikamenten gelindert werden, betonte er den Angaben zufolge am Dienstag bei einem Besuch einer Palliativstation in der Nähe von Paris. Allerdings sei man von diesem Ziel noch weit entfernt.
Hollande unterstrich die Bedeutung des seit 2005 geltenden Gesetzes, das passive Sterbehilfe erlaubt. Allerdings frage er sich, ob man in Ausnahmefällen nicht weiter gehen müsse, um austherapierten Menschen mit starken Schmerzen zu helfen. Er erhoffe sich eine „würdige“ öffentliche Debatte zu diesem Thema.
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Sicard als designierter Vorsitzender der neuen Ethik-Arbeitsgruppe hatte sich bereits im Jahr 2000 für Ausnahmen vom Verbot der aktiven Sterbehilfe ausgesprochen. Hollande war im Wahlkampf unter anderem für eine Zulassung aktiver Sterbehilfe für solche unheilbar Kranken eingetreten, die ausdrücklich die Beendigung ihres Lebens wünschten. Damit hatte er Kritik von kirchlicher Seite auf sich gezogen.
Nach einem Gesetz von 2005 ist aktive Sterbehilfe in Frankreich strafbar. Ärzte dürfen die Behandlung unheilbar Kranker jedoch abbrechen oder einschränken, wenn der Patient dies wünscht.
© afp/aerzteblatt.de
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