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UNAIDS: Zugang zu Medikamenten für HIV-Infizierte stark verbessert

Donnerstag, 19. Juli 2012

Washington – Der Zugang zu lebensnotwendigen Medikamenten hat sich für HIV-Infizierte in den Entwicklungs- und Schwellenländern stark verbessert. Mehr als acht Millionen Menschen werden dort inzwischen mit antiretroviralen Arzneimitteln (ARV) behandelt, wie aus dem heute vorgestellten Jahresbericht des UN-Programms gegen Aids (UNAIDS) hervorgeht. In der Region sank demnach die Zahl der Aids-Toten um mehr als 30 Prozent.  

Mehr als die Hälfte aller knapp 15 Millionen HIV-Infizierten in den Entwicklungs- und Schwellenländern wird dem Bericht zufolge inzwischen mit antiretroviralen Arzneimitteln versorgt. Damit stieg binnen eines Jahres die Zugangsrate zu den Medikamenten um rund 20 Prozent. Seit dem Jahr 2005 ging laut dem UNAIDS-Bericht die Zahl der HIV-Infizierten, die in der am stärksten betroffenen afrikanischen Subsahara-Region an Aids starben, um mehr als 30 Prozent zurück.  

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Erfolge vermeldete die UN-Behörde auch im Bereich der Behandlungskosten: Dem Bericht zufolge konnten die Kosten für die Versorgung eines HIV-Infizierten von rund 10.000 Dollar (knapp 8.200 Euro) im Jahr 2000 auf weniger als 100 Dollar (etwa 82 Euro) im Jahr 2011 gesenkt werden.

Ein Jahrzehnt der antiretroviralen Behandlung habe bewirkt, dass die Infizierung mit HIV kein „Todesurteil“ mehr sei, sondern eine „kontrollierbare chronische Krankheit“, erklärte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in seinem Vorwort zu dem Bericht. Die Autoren zeigten sich zudem erfreut über Studienergebnisse, wonach die Ansteckungsgefahr eines gesunden Sexualpartners mit Aids bei ARV-Behandlung um 96 Prozent sinkt.  

Zudem wurden im vergangenen Jahr demnach weniger Kinder mit dem HI-Virus infiziert. Die Zahl sei im Vergleich zu 2009 um 24 Prozent auf etwa 330.000 zurückgegangen. Insgesamt seien derzeit weltweit aber rund 3,4 Millionen Kinder unter 15 Jahren HIV-positiv. 91 Prozent davon leben in der Region südlich der Sahara.

Die Vereinten Nationen wollen bis zum Jahr 2015 rund 15 Millionen Infizierte weltweit mit Medikamenten versorgen. UNAIDS-Direktor Michel Sidibe erklärte jedoch, der Zugang zu Medikamenten sei noch nicht weltweit gesichert. Vor allem in Asien, Zentralasien und Osteuropa gebe es noch Probleme, dort müssten die Anstrengungen verdoppelt werden.  

Der UNAIDS-Bericht wurde im Vorfeld der 19. internationalen Aids-Konferenz veröffentlicht, die am Sonntag in Washington beginnt. Rund 25.000 Teilnehmer - neben Aktivisten und Wissenschaftlern auch Stars aus dem Showbusiness - werden zu der Versammlung bis zum 27. Juli erwartet. © afp/aerzteblatt.de

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