Förderprogramme für Hausärzte genügen nicht
Freitag, 20. Juli 2012
München – Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Dieter Geis, hat das vom Freistaat beschlossene Förderprogramm mit Niederlassungsprämien für Hausärzte und Stipendien für spätere Landärzte begrüßt. In einem Leserbrief an die Mittelschwäbischen Nachrichten weist er aber daraufhin, dass dies nicht ausreicht, um die Versorgung dauerhaft zu gewährleisten. „Ich halte weitere politische Entscheidungen für notwendig, um die flächendeckende hausärztliche Versorgung auf Dauer sicher zu stellen, allen voran die Stärkung der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV)“, schreibt er in dem Leserbrief.
Zu den wichtigsten Faktoren, die junge Mediziner davon abhielten, sich als Hausarzt niederzulassen, zählten fehlende wirtschaftliche Planbarkeit und hoher bürokratische Aufwand. „Was nützt es, wenn der Freistaat zwar erst die Niederlassung unterstützt, danach aber den jungen Arzt im Regen stehen lässt“, argumentiert der BHÄV-Vorsitzende.
Geis kritisiert „ein undurchschaubares Vergütungssystem mit realitätsfernen Budgets“, einen enormen bürokratischen Aufwand und Zulassungshürden für Medizinische Versorgungszentren. „Hier hat die Politik noch einige Hausaufgaben zu machen, damit die Förderprogramme ihren Zweck erfüllen und die ambulante hausärztliche Versorgung in den Regionen tatsächlich sichern helfen“, so das Fazit des BHÄV-Chefs. © hil/aerzteblatt.de
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