Vancouver – Wenn Patienten eine schwere Grippe überstanden haben, sind sie später einem im Vergleich zur gesunden Bevölkerung doppelt so hohen Risiko ausgesetzt, einen Morbus Parkinson zu entwickeln. Gegenteilig wirken sich offenbar Masern im Kindesalter aus, die das Parkinson-Risiko minimieren. Das geht aus einer neuen Studie der University of British Columbia hervor, die die Autoren unter der Leitung von Anne Harris im Fachjournal Movement Disorders (doi: 10.1002/mds.25077) publiziert haben.
Der auch als idiopathisches Parkinson-Syndrom bekannte Morbus Parkinson zählt zu den degenerativen Erkrankungen des extrapyramidalmotorischen Systems und ist durch die Symptome Rigor, Bradykinese, Tremor sowie einer posturalen Instabilität charakterisiert. Obwohl einige genetische Prädispositionen für die Erkrankung bekannt sind, bleiben die Ursachen des Morbus Parkinson häufig offen. Neben auslösenden Faktoren wie mechanische Erschütterungen oder Chemikalien werden dabei auch virale Infektionen diskutiert, wie die Wissenschaftler berichten.
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In einer Zusammenarbeit mit dem Pacific Parkinson`s Research Centre wollten die Forscher herausfinden, welche Einflüsse einerseits Virusinfektionen und andererseits die Bedingungen am Arbeitsplatz auf die Entstehung eines idiopathischen Parkinson-Syndroms nehmen. Dafür analysierten sie die Ergebnisse von Interviews mit über 800 Patienten, von denen die eine Hälfte am Morbus Parkinson erkrankt und die andere Hälfte gesund war. Es stellte sich heraus, dass Patienten nach einer schwer verlaufenden Influenza in der Vergangenheit doppelt so häufig an einem Parkinson erkrankt waren, wie ihre gesunden Altersgenossen ohne durchgemachte Grippe. Allerdings wurde diese Assoziation abgeschwächt, wenn die Influenza länger als zehn Jahre zurück lag.
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