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Mainzer Augenärzte implantieren „Gleitsicht-Linse“ nach Katarakt-OP

Donnerstag, 26. Juli 2012

Mainz – Augenärzte der Universitätsmedizin Mainz haben nach einer Katarakt-Operation einer Patientin eine neuartige Zusatzlinse implantiert, um ihre Fehlsichtigkeit zu korrigieren. Laut der Mainzer Augenklinik war es die erste solche Linse, die in Deutschland implantiert wurde.

Bei der Katarakt wird die ursprünglich klare Augenlinse trüb, wodurch das Sehvermögen mehr und mehr abnimmt. Abhilfe verschafft eine Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und eine Kunstlinse implantiert wird. „Die Linse, die im Rahmen einer Katarakt-Operation implantiert wird, wird aufgrund präziser Messungen individuell für den Patienten ausgesucht“, erläutert Urs Voßmerbäumer, Oberarzt und Leiter der Refraktiven Chirurgie an der Universitätsaugenklinik.

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Manchmal komme es jedoch vor, dass sich das Auge als biologisches System anders als vorausberechnet verhalte und eine geringe Rest-Fehlsichtigkeit nach der Katarakt-OP bestehen bleibe. Darüber hinaus äußerten Patienten nach einer Katarakt-Operation mitunter der Wunsch generell ohne Brille auszukommen.

„Vor dem Hintergrund dieser geänderten Anforderungen oder weil eine Fein-Justierung der Sehschärfe nach Star-OP nötig oder gewünscht ist, können wir spezielle Zusatz-Linsen implantieren“, so Voßmerbäumer.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Zusatz-Linsen kann die neue Linse, die in Mainz jetzt erstmals eingesetzt wurde, verschiedene Formen der Fehlsichtigkeit gleichzeitig korrigieren: zum einen die Kurz- beziehungsweise Weitsichtigkeit, zum anderen einen Astigmatismus, auch Hornhautverkrümmung genannt. Zusätzlich handelt es sich um eine Multifokallinse, die  ähnlich einer Gleitsichtbrille scharfes Sehen in der Nähe wie in der Ferne ermöglicht.

Der Eingriff erfolgt ambulant und in Tropfanästhesie. Die Kosten für den Eingriff trägt der Patient in der Regel selbst. © hil/aerzteblatt.de

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