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Ärzte ohne Grenzen drängt auf bezahlbare Medikamente gegen Aids

Freitag, 27. Juli 2012

Washington/Berlin – Zum Abschluss der Welt-Aids-Konferenz in Washington hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an die Regierungen appelliert, das vorhandene Wissen zu HIV/AIDS in konkrete Hilfe umzuwandeln. „Wir wissen, welche Medikamente gebraucht werden, mit welchen Modellen die Therapie auch in das entlegenste Dorf gebracht werden kann und wie wir mit frühzeitiger Behandlung Neuinfektionen verhindern können“, sagte Oliver Moldenhauer von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. Notwendig seien jetzt finanzielle Mittel und ein flexiblerer Umgang mit Patenten, damit die lebensnotwendige Behandlung nicht an zu teuren Medikamenten scheitere, so Moldenhauer.

Er betonte, seine Organisation unterstütze es, wenn Länder die Produktion von Generika auch ohne Zustimmung der Originalhersteller ermöglichten. „Diese sogenannten Zwangslizenzen sind ein wichtiges Instrument, wenn lebenswichtige Medikamente sonst nicht bezahlbar sind“, so die Position von Ärzte ohne Grenzen.

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Auf die Bedeutung der Prävention hat am Ende der Welt-Aids-Konferenz in Washington die Deutsche Aids-Hilfe hingewiesen. „Die deutsche HIV-Prävention ist so erfolgreich, weil sie auf Beteiligung der am stärksten von HIV betroffenen Gruppen setzt und Diskrimi­nierung entgegenwirkt“, sagte Carsten Schatz, Mitglied im Vorstand der Deutschen Aids-Hilfe.

Dennoch gebe es wichtige Lücken: So seien Menschen in Haft von wirksamen Maßna­hmen wie Spritzentauschprogrammen ausgeschlossen und hätten oft keinen Zugang zu Substitutionstherapien. Drogenkonsumräume retteten nachweislich Leben, dürften aber noch immer in mehreren Bundesländern nicht betrieben werden.

„Vermeidbare HIV- und Hepatitis-Infektionen werden in Kauf genommen - das ist inakzep­tabel“, so Schatz. Aber auch in der Forschung müsse Deutschland seine Anstrengungen erheblich verstärken. „Wenn Deutschland bei der Finanzierung der Forschung so zurückhaltend bleibt wie bisher, laufen wir Gefahr, abgehängt zu werden“, warnte er. © hil/aerzteblatt.de

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