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Krankenkasse bringt Zertifikatehandel für OP-Leistungen ins Spiel

Montag, 30. Juli 2012

Berlin – Angesichts des starken Anstiegs von Krankenhausoperationen haben die AOK und der Spitzenverband der Krankenkassen einen Zertifikatehandel nach dem Modell des Emissionshandels für planbare Leistungen wie Hüft-Operationen vorgeschlagen. „Wir sollten das zumindest ernsthaft prüfen“, sagte der neue Vorstandschef der AOK Rheinland/Hamburg, Günter Wältermann, dem Handelsblatt vom Montag.


Den europäischen Emissionshandel gibt es seit 2005. Für jede Tonne Kohlendioxid, die in einem der teilnehmenden Fabriken oder Kraftwerke ausgestoßen wird, muss der Konzern Verschmutzungsrechte vorweisen – pro Tonne CO2 ein Zertifikat. So soll der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase reduziert werden.

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Ähnlich könnte es auch bei den Kliniken laufen, sagte Matthias Mohrmann, Vorstands­mitglied der AOK Rheinland/Hamburg, der Zeitung. Derzeit vereinbaren die Kranken­häuser demnach mit den Kassen Budgets. Überschreitet eine Klinik die vereinbarten Mengen, wird jede weitere Leistung über Mehrleistungsabschläge geringer vergütet.

Die Idee sei nun, auf diese bis 2014 befristeten Abschläge zu verzichten und stattdessen die Kliniken zu verpflichten, für ihre Mehrleistungen Zertifikate von anderen Kliniken zu kaufen, die ihre Leistungsmenge nicht ausschöpften. Mohrmann zufolge könnten Kliniken so davon abgehalten werden, Patienten zu nicht zwingend notwendigen Hüft- oder Knieoperationen zu überreden, um Kasse zu machen. © dapd/aerzteblatt.de

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popert
am Montag, 30. Juli 2012, 13:04

Sommerlochquatsch

Es gibt keine Hinweise darauf, dass dies irgendwie sinnvoll ist, auch der Emissionshandel ist ja eigentlich nur ein schlecht funktionierendes Feigenblatt.
Ganz sicher würde hier aber wieder mal eine unsinnige und unbegrenzbare Bürokratie aufgebaut.
Ganz sicher ist auch: Budgets bleiben - statt der Fragestellung, wie sinnvoll eine Hüft-OP im Einzelfall ist.
Insofern muss man sich eigentlich fragen, ob angesichts der Miliarden-Überschüsse der Kassen weitere Budgets und Bürokratie notwendig sind.
Oder ist das Ganze nur ein Manöver der Kassen, um von der Diskussion über eine Rückzahlung der Milliardenreserven bzw. eine Aussetzung der 10,-€ Kassengebühr abzulenken?
Herz1952
am Montag, 30. Juli 2012, 12:47

Patienten werden wie Schadstoffe gehandelt!

Als Patient bekomme ich mittlerweile das Gefühl, ich sei ein Schadstoff für die Kassen der Krankenkassen. Ich habe noch niemanden kennengelernt, der sich ohne starken Leidensdruck einer solchen, wie auch anderen OP's unterzieht. Trotz aller modernen Diagnosemethoden, die von den Kassen restriktiv, durch Druck auf die Ärzte, eingesetzt werden, nicht immer klar was eigenlich vorliegt. Außerdem sollte bedacht werden, dass Schmerzbehandlungen mit NRSA gravierende Nebenwirkungen haben können. Sie sind nicht besonders "gesund" für Herz und Niere und können so hohe Folgekosten nach sich ziehen.

Ich habe mir schon bei manchen Interviews in den Medien mit Kassenvorständen gefracht, ob die eigenlich wissen, was Krankheit und Schmerz bedeutet. Aber wie sollten sie es auch, wenn sie selbst nicht davon betroffen sind. Ich wünsche ihnen trotzdem nicht, dass sie in eine solche Situation kommen.

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