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Kinder- und Jugendärzte warnen vor Hepatitis B bei Jugendlichen

Montag, 30. Juli 2012

Köln – Jugendliche wissen zu wenig über Hepatitis B und ihre Übertragungswege. Das berichtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Nach einer Umfrage weiß rund die Hälfte der Jugendlichen nicht, dass Hepatitis B durch Geschlechtsverkehr und Drogenkonsum übertragen werden kann, und nur ein Viertel der Heranwachsenden rechnet mit einem Infektionsrisiko durch Tätowierungen und Piercings.

Eltern und Schulen sollten sie darüber aufklären. „Für Hepatitis B ist derzeit in Deutsch­land der Geschlechtsverkehr der Hauptübertragungsweg“, sagte Martin Terhardt vom BVKJ. Er ist auch Mitglied der Ständigen Impfkommission (STIKO).

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Seit 1995 empfiehlt die STIKO die Impfung von Säuglingen gegen Hepatitis B. Allen Jugendlichen mit unklarem Impfstatus rät die STIKO ebenso zu einer Nachholimpfung. „Viele der heute 17-Jährigen dürften keine Impfung erhalten haben, und auch manche Teenager ab etwa zwölf Jahren profitierten als Säugling noch nicht von der Empfehlung“, so Terhardt.

Das Hepatitis-B-Virus wird durch Spuren von Blut, Speichel oder anderen Körperflüssig­keiten übertragen und kann durch winzige Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute eindringen. Es ist rund 100-mal ansteckender als das HI-Virus. „Deshalb bietet ein Kondom keinen hundertprozentigen Schutz. Sicherer ist eine Impfung“, erläutert Terhardt.

Verschiedene Experten vermuten laut dem BVKJ, dass die Dunkelziffer der Hepatitis-B-Erkrankten wesentlich höher ist, als oft vermutet, da Immigranten aus Ländern mit höherer Krankheitslast bei der Erfassung oft unterrepräsentiert sind, ebenso wie Obdachlose, Drogensüchtige und Gefängnisinsassen. © hil/aerzteblatt.de

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