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Risiko für Folgeerkrankungen bei Reflux laut IQWiG oft überschätzt

Mittwoch, 1. August 2012

Köln – Über das Thema Sodbrennen und Refluxkrankheit informiert das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinen Gesundheitsinformationen. „Wenn jemand ab und zu aufstoßen muss oder wenn es gelegentlich hinter dem Brustbein brennt, ist das vollkommen normal“, sagte Andreas Waltering, stellvertretender Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation beim IQWiG. Sehr fettes oder scharfes Essen könne die Ursache dafür sein.

Doch auch eine echte Refluxkrankheit verändere nur selten im Laufe der Zeit die Speiseröhren-schleimhaut, sodass es zu einem sogenannten Barrett-Ösophagus komme. Aus einer solchen Veränderung könne sich Speiseröhrenkrebs entwickeln. „Aber auch bei Menschen mit Barrett-Ösophagus ist Speiseröhrenkrebs selten: Etwa eine von 100 Personen erkrankt innerhalb von zehn Jahren daran“, so Waltering.

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Welche Mittel und Maßnahmen bei Reflux helfen, sei von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich, heißt es in der IQWiG-Information. Wenn eine Ernährungsumstellung oder das Schlafen mit erhöhtem Oberkörper nicht helfe, könnten Medikamente Beschwerden wie Sodbrennen lindern. „In Studien profitierten viele Menschen mit Refluxkrankheit von Protonenpumpenhemmern. Fast die Hälfte von ihnen hatte durch diese Medikamente kaum noch Sodbrennen“, erklärt Waltering.

Bei sehr starken Beschwerden oder wenn Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen, könne auch eine Operation infrage kommen. Bei einer Anti-Reflux-Operation (Fundoplikatio) wird der obere Teil des Magens um die Speiseröhre gelegt, um zu verhindern, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt.

Während zwei Drittel der Menschen mit Refluxkrankheit nach einem Eingriff ohne Medikamente auskommen, benötigt sie ein Drittel weiterhin. © hil/aerzteblatt.de

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