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Mammakarzinom: Anastrozol plus Fulvestrant verlängern Überleben

Freitag, 3. August 2012

Irvine – Die Kombination zweier Anti-Östro­gene, die derzeit nacheinander eingesetzt werden, hat in einer Studie im New England Journal of Medicine (2012; 367: 435-444) die Überlebenszeit von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom um ein halbes Jahr verlängert.

Aromatase-Inhibitoren wie das 1998 einge­führte Anastrozol sind heute die Erstlinien­therapie des hormonrezeptor–positiven Mammakarzinoms. Der 2004 zugelassene Estrogenrezeptorantagonist Fulvestrant kommt dagegen erst zum Einsatz, wenn unter der Anti-Östrogen-Therapie ein Rezidiv aufgetreten ist. Vom Wirkungsmechanismus her – Anastrozol hemmt die Bildung von Östrogenen, Fulvestrant verhindert ihre Wirkung – erscheint jedoch auch ein gleichzeitiger Einsatz sinnvoll.

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Dies war Gegenstand der Studie S0226 der Southwest Oncology Group (SWOG), an der 695 Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom teilnahmen, deren Tumoren Östrogen- oder Progesteronrezeptoren (oder beide) exprimierten. Die Patientinnen wurden zu gleicher Anzahl auf die Monotherapie mit Anastrozol (mit der Empfehlung, bei einem Tumorprogress auf Fulvestrant zu wechseln) oder auf eine Kombinationstherapie mit Anastrozol plus Fulvestrant randomisiert.

Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Es wurde in der Kombination von 13,5 auf 15,0 Monate verlängert, was nach der jetzigen Publikation zwar statistisch signifikant ist, aber klinisch kaum relevant sein dürfte.

Für Aufsehen sorgte auf der San Antonio Breast Cancer Symposium, wo die Ergebnisse bereits im Dezember 2011 vorgestellt wurden, die Verlängerung des Gesamtüberleben (einem präspezifizierten Endpunkt) von 41,3 auf 47,7 Monate. Die Patientinnen gewannen ein halbes Jahr an Lebenszeit, laut Mehta ein Ergebnis, das in dieser Patientinnengruppe seit mehr als zehn Jahren nicht mehr in einer klinischen Studie beobachtet wurde.

Dem stand ein Anstieg der Toxizität gegenüber: Die meisten Patientinnen hätten die Therapie, die dauerhaft fortgesetzt werden muss, zwar gut vertragen, berichtet Mehta. Bei 14,7 Prozent gegenüber 12,7 Prozent unter der Monotherapie kam es jedoch zu  schweren Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher. Unter der Kombinationstherapie waren auch drei Todesfällen zu beklagen. © rme/aerzteblatt.de

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