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Baby-Ultraschall in der Schwangerschaft ungefährlich

Mittwoch, 8. August 2012

Bonn – Für ungeborene Kinder bestehen keine gesundheitlichen Risiken durch Ultraschalluntersuchungen. Darauf hat die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hingewiesen. Dennoch sollten die Untersuchungen ausschließlich von spezialisierten Ärzten und nur zur medizinischen Diagnostik durchgeführt werden, nicht aber zum sogenannten Babyfernsehen, so die Fachgesellschaft.

„Ultraschall ist eine Schallwelle, die mechanische Wirkungen und Temperaturerhöhungen in den von ihr durchlaufenen Geweben hervorruft“, erklärte Eberhard Merz, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt. Dass das Kind den Ultraschall im Mutterleib tatsächlich höre, sei ausgeschlossen, so Merz. „Die Frequenzen beim diagnostischen Ultraschall betragen in etwa fünf bis zehn Mega­hertz. Das sind fünf bis zehn Millionen Schwingungen pro Sekunde“, erläuterte der Mediziner. Die Schwelle des menschlichen Gehörs liege aber bei zwanzigtausend Schwingungen pro Sekunde, also mindestens fünfzigfach niedriger.

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Der Ultraschall wird der DEGUM zufolge bei der Untersuchung allerdings nicht kontinuierlich, sondern in kurzen, rasch aufeinander folgenden Impulsen freigesetzt. Dass die Pulswiederholungsrate zu einem akustischen Phänomen führe, sei bislang nicht nachgewiesen worden. „Es gibt bislang keinen unabhängig bestätigten, in hochwertigen Fachzeitschriften publizierten Beweis, dass der Fötus tatsächlich die Pulswieder­holungsrate hört, darauf reagiert oder dadurch geschädigt wird“, verwies Merz.

Auch bestehe kein Risiko, dass es durch die vorgeburtliche Ultraschalluntersuchung zu einer gefährlichen Erwärmung des Feten komme, sofern die Schwangere nicht Fieber habe. Lediglich bei einer längeren, über mehrere Minuten dauernden, gepulsten Doppleruntersuchung hätten Forscher im Tierversuch einen Temperaturanstieg von bis zu vier Grad Celsius festgestellt.

Dieses Verfahren komme im Rahmen der Schwangerenvorsorge nur dann zum Einsatz, wenn der Ultraschallspezialist Herz und Gefäße des Ungeborenen untersucht, so Merz. „Diese Untersuchung dauert nur wenige Sekunden“, erklärte der Chefarzt. „Dass es dabei zu einer relevanten lokalen Temperaturerhöhung kommt, ist sehr unwahr­scheinlich.“

Insgesamt gibt es laut DEGUM derzeit keine Hinweise darauf, dass das Ungeborene durch eine Ultraschalluntersuchung in irgendeiner Weise geschädigt wird. Dennoch: „Vorsicht ist das oberste Gebot in der Medizin“, sagte Merz. In der Diagnostik gelte das Prinzip: so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Merz: „Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sollten nur von Ärzten mit entsprechender Aus- und Weiterbildung und nur dann durchgeführt werden, wenn sie wirklich notwendig sind.“ © hil/aerzteblatt.de

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