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Weniger Herzstillstände dank implantierter Defis

Mittwoch, 8. August 2012

Amsterdam – Die Versorgung mit implantierbaren Kardioverter/Defibrillatoren (ICD) erklärt einen Drittel des Rückgangs, zu dem es im letzten Jahrzehnt in Nord-Holland bei plötzlichen Todesfällen am Kammer­flimmern außerhalb der Kliniken gekommen ist. Dies berichten Kardiologen aus den Niederlanden in Circulation 2012; doi: 10.1161/​CIRCULATIONAHA.111.089425).

Das Team um Rudolph Koster vom Academic Medical Center in Amsterdam überblickt die Daten von allen 1.972 Patienten, die in den Jahren 2005 bis 2008 in der Provinz Nord-Holland, zu der auch der Großraum Amsterdam gehört, mit einem ICD versorgt wurden. Die Geräte speichern das EKG-Signal, das die Abgabe des rettenden Stromstoßes auslöst, so dass Koster abschätzen kann, wie viele Patienten ohne das Gerät an einem Kammerflimmern gestorben wären. Dies war 81 Mal der Fall.

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Diese Zahl setzt Koster mit den Daten des ARREST-Registers in Beziehung. Es sammelt alle Fälle von plötzlichen kardialen Todesfällen, die Notärzte bei ihrem Einsatz außerhalb der Kliniken diagnostiziert haben. Die Notärzte halten auch fest, ob der Tod durch ein ventrikuläres Kammerflimmern ausgelöst wurde, dass durch die Implantation eines ICD vermieden werden kann.

Dies war bei 1.173 Patienten der Fall. Der Vergleich mit den Daten aus den Jahren 1995 bis 1997 (hochgerechnet vom Großraum Amsterdam) zeigt, dass es in Nord-Holland im letzten Jahrzehnt zu einem Rückgang des tödlichen ventrikulären Kammerflimmerns von 21,1 auf 17,4 pro 100.000 Personen-Jahre gekommen ist. Von der Differenz von 3,6 Todesfällen pro 100.000 Personen-Jahre sind nach den Berechnungen von Koster ein Drittel auf die ICD zurückzuführen.

Ein weiterer Hinweis auf eine mögliche kausale Rolle der ICD liefert der relative Anteil des ventrikulären Kammerflimmerns an allen plötzlichen kardialen Todesfällen. Es ist im gleichen Zeitraum von 63 auf 41 Prozent gesunken. Todesfälle, die durch einen ICD verhindert werden können, treten also immer seltener auf. Für Koster ist dies ein Indiz, dass die ICD tatsächlich für den Rückgang verantwortlich sind. © hil/aerzteblatt.de

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