7.834 News Medizin

Medizin

FDA schränkt Anwendung von Wingspan-Stent ein

Donnerstag, 9. August 2012

Rockville – Der Wingspan-Stent, eine seit 2005 in den USA zugelassene intrakranielle Gefäßprothese, darf nach dem Willen der FDA nur noch in wenigen Ausnahmefällen verwendet werden. Dies geht aus einer Mitteilung der Zulassungsbehörde hervor.

Die FDA hatte den Wingspan-Stent auf der Basis einer „Humanitarian Device Exemption“ zugelassen. Grundlage war eine unkontrollierte Studie mit nur 45 Patienten. Da der Stent die Stenose von 75 auf 32 Prozent weitete und nur 2 von 44 Patienten nach der Platzierung des Stents einen Schlaganfall erlitten, wurde die Therapie als sicher eingestuft, obwohl die Fallzahl gering war und es keine Vergleichsgruppe gab.

Anzeige

Die im September letzten Jahres publizierte SAMMPRIS-Studie kam zu einem ganz anderen Ergebnis (NEJM 2011; 365: 993-1003): Die randomisierte Vergleichsstudie musste vorzeitig abgebrochen werden, weil es in den ersten 30 Tagen nach der Implantation fast dreimal so häufig zu einem Schlaganfall gekommen war als unter einer medikamentösen Therapie (14,7 versus 5,8 Prozent). Todesfälle traten ebenfalls häufiger auf (2,2 versus 0,4 Prozent).

Jetzt zieht die FDA die Konsequenzen aus der Studie. Der Stent, der auch bisher nur bei wenigen Patienten infrage kam – die FDA schätzt die Zahl der betroffenen Patienten auf 4.000 pro Jahr für die USA – soll jetzt nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Erfüllt sein müssen alle folgenden Bedingungen: Die Patienten müssen trotz aggressiver medikamentöser Therapie bereits zwei oder mehr Schlaganfälle erlitten haben, von denen der letzte mehr als 7 Tage zurückliegen muss.

Das Zielgefäß muss eine Stenose von 70 bis 99 Prozent aufweisen, und die Patienten müssen sich vom letzten Schlaganfall gut erholt haben (3 oder weniger Punkte auf der Rankin-Skala). Ausdrücklich verboten werden ein Einsatz innerhalb von 7 Tagen nach dem letzten Schlaganfall sowie eine Behandlung von Patienten mit Transienter Ischämischer Attacke (TIA).

Der Wingspan-Stent wird auch in Deutschland implantiert. Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gingen seit 2006 12 Meldungen über unerwartete Vorkommnisse ein, die dieses Indikationsgebiet betreffen. © rme/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.834 News Medizin

Nachrichten zum Thema

16.04.13
New Orleans – Minimalinvasives Stenting könnte für Patienten mit chronischen Totalverschlüssen der Darmarterien eine sinnvolle Alternative zur Operation sein. Das berichtete die Forschergruppe um...
21.03.13
Berlin – Patienten mit einem hohen Risiko für eine erneute Gefäßverengung der Koronararterien, für die die Anwendung eines medikamentenbeschichteten Stents in Betracht kommt, sollen künftig keine...
28.11.12
Bonn – Auf die Möglichkeiten einer Ultraschalluntersuchung bei der Schlaganfallprophylaxe weist die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) hin. Danach können Ärzte mittels...
22.11.12
Hannover – Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) setzen Patienten jetzt erstmals bioresorbierbare Gefäßstützen (Stents) ein. „Das neue Verfahren hat den großen Vorteil, dass kein...
05.11.12
Bypass bei Diabetikern günstiger als Stent
New York City – Diabetiker mit einer Mehrgefäßerkrankung der Koronarien haben nach einer Bypass-Chirurgie langfristig bessere Überlebenschancen als nach einer perkutanen koronaren Intervention. Dies...
23.08.12
Bern – Neue mit Medikamenten beschichteten Stents, die nach einem akuten Herzinfarkt bei Patienten eingebracht werden, haben einer aktuellen Studie nach weniger Komplikationen als bislang verwendete...
17.04.12
Rochester – Viele Koronarstents enthalten Chrom oder Nickel. Ein erhöhtes Komplikationsrisiko für Metall-Allergiker war in einer Fall-Kontroll-Studie in Circulation: Cardiovascular Interventions...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in