Ärzteschaft

Mittelohrentzündung: Immer mehr Kinder bekommen Antibiotika

Freitag, 10. August 2012

Hamburg – Immer mehr Kinder bekommen bei Mittelohrentzündungen Antibiotika verordnet. Darauf hat die Techniker Krankenkasse (TK) aufgrund einer eigenen Datenauswertung hingewiesen. Demnach ist innerhalb von zwei Jahren die Zahl der bei der TK versicherten Kinder zwischen drei und zwölf Jahren, die bei der Diagnose Mittelohrentzündung Antibiotika verordnet bekommen haben, um 26 Prozent gestiegen.

„Gerade bei Mittelohrentzündungen sollten die Ärzte gründlich abwägen, ob Antibiotika wirklich nötig sind“, sagte Tim Steimle, Fachbereichsleiter für Arzneimittel bei der TK. „Denn je häufiger schon Kinder Antibiotika nehmen, desto höher das Risiko einer Antibiotika-Resistenz.“

Anzeige

Eine akute Mittelohrentzündung heilt der TK zufolge meist folgenlos nach einigen Tagen. „In der Regel helfen entzündungshemmende Schmerzmittel wie zum Beispiel Ibuprofen oder Paracetamol, um die Schmerzen zu stillen“, so Steimle. Auch abschwellende Nasentropfen, Wärme durch Rotlicht oder ein Traubenkernkissen hätten sich sehr bewährt.

Die Krankenkasse rät allerdings dringend dazu, in jedem Fall einen Arzt aufzusuchen. Steimle: „Nur so ist sichergestellt, dass das Kind richtig behandelt wird und es nicht zu Komplikationen kommt.“ © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

5.000 News Ärzteschaft

Nachrichten zum Thema

15.09.16
Mittelohrentzündung: Gel liefert Antibiotika direkt im Ohr ab
Boston - Eine lokal wirksame Alternative zu oralen Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung könnte bei Kleinkindern von Vorteil sein. Mit einem Katheter ließen sich Antibiotika über gelbasierte......
13.09.16
Antibiotika­resistenzen: G7-Gesundheits­minister sprechen erneut über Probleme
Kobe – Das Thema Antibiotikaresistenzen darf im Augenblick auf keiner internationalen Tagung fehlen. Auch die Gesundheitsminister der sieben führenden Industriestaaten – USA, Großbritannien,......
05.09.16
G20-Gipfel: Staats- und Regierungschefs warnen vor Antibiotika­resistenzen
Hangzhou/China – Heute endete der G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 19 führenden Industrie- und Schwellenländer sowie der Europäischen Union in Hangzhou, China. In ihrem Abschlussbericht......
04.09.16
Pädiatrie: Sieben gute Gründe für und gegen den Einsatz von Antibiotika
Bristol – Sieben Kennzeichen bestimmen, ob ein Kind mit Husten und akuter Atemwegsinfektion später im Krankenhaus behandelt werden muss. Sie könnten nach einer Studie im Lancet Respiratory Medicine......
31.08.16
Genf/Stockholm – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinien zu den drei häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) aktualisiert. Chlamydien-Infektionen würden häufig übersehen,......
30.08.16
Genf – Die weltweit verbreiteten Geschlechtskrankheiten Gonorrhoe, Syphilis und Chlamydiose sind nach UN-Angaben immer schwerer zu bekämpfen. Die Bakterien, die sie auslösen, seien in wachsendem Maße......
23.08.16
Cambridge - Eine weltweite genetische Untersuchung von Salmonella Enteritidis hat herausgefunden, warum das Bakterium in westlichen Ländern in der Regel nur Durchfallerkrankungen auslöst, während es......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige