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„Ultra-rapid“-Meta­bolisierer: Kleinkinder starben nach Normaldosis Codein

Donnerstag, 16. August 2012

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA nimmt drei Todesfälle und einen Beinahetodesfall bei Kleinkindern zum Anlass, um vor das Risiko einer Überdosierung von Codein bei „Ultra-rapid“-Metabolisierern zu warnen. Die Zwischenfälle waren bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren aufgetreten, die nach einer Tonsillektomie und/oder Adenoidektomie (Indikation: obstruktives Schlafapnö-Syndrom) mit Codein behandelt worden war. Todesursache war eine schwere Atemdepression, die eine bekannte und gefürchtete Komplikation einer Morphin-Therapie ist.

Das Prodrug Codein wird in der Leber durch das Cytochrom P450-Isoenzym 2D6 (CYP2D6) in Morphin metabolisiert. Alle drei gestorbenen Kindern waren nach Erkenntnissen der FDA „Ultra-rapid“-Metabolisierer. Bei ihnen ist die Bildung von Morphin durch CYP2D6 beschleunigt, so dass es bereits bei „normaler“ Codein-Dosis zu einer Morphinüberdosierung kommt.

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Das vierte Kind war ein „extensiver“ Metabolisierer. Bei ihm ist die Aktivität von CYP2D6 ebenfalls gesteigert, aber nicht so sehr wie bei einem Ultra-rapid“-Metabolisierer. Die Zwischenfälle traten nach ein bis zwei Tagen Therapie auf. Bei allen drei Kindern lag die Morphinkonzentration im Blut deutlich über dem therapeutischen Bereich.

„Ultra-rapid“-Metabolisierer sind keinesfalls selten. Die FDA gibt die Prävalenz mit 1 bis 7 Prozent an, bei einigen Ethnien (vor allem Afrika, Äthiopien) können es auch 28 Prozent sein. Die FDA rät, gerade bei kleinen Kindern die Codein-Dosis so niedrig wie möglich zu wählen und die Dauer auf das Notwendige zu beschränken. Im Zweifelsfall ist eine Genotypisierung möglich. Bei den Ultra-rapid“-Metabolisierer liegt das CYP2D6-Gen in mehrfacher Ausführung vor. © rme/aerzteblatt.de

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