6.758 News Politik

Politik

Grüne fordern Warnhinweise auf Bubble Teas

Freitag, 17. August 2012

Berlin – ­ Die Bundesregierung will derzeit keine Warnhinweise für Bubble Tea einführen, die auf die Verschluckungsgefahr der enthaltenen „Bubbles“ bei Kleinkindern hinweist. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis90/Die Grünen hervor (Drucksachen-Nummer 17/10335). Nach einem entsprechenden Auftrag des Bundesverbraucherschutzministeriums habe sich das Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch der Einschätzung des  Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte angeschlossen, dass Kinder bis zu vier Jahren beim Verzehr von Bubble Tea ein besonders hohes Risiko für Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Aspiration hätten.

Bei den Giftinformationszentren, bei denen laut Bundesregierung Fälle von Verschlucken von Fremdkörpern zur Anfrage kämen oder von Ärzten gemeldet würden, seien allerdings noch keine entsprechenden Fälle gemeldet worden.

Anzeige

Eine verpflichtende Angabe der Nährstoffe sei bei sogenannter loser Ware wie dem Bubble Tea bisher nicht vorgesehen, so die Bundesregierung. Farb- oder Konservierungsstoffe müssten jedoch zum Beispiel auf dem Lebensmittel oder in einer Getränkekarte angegeben werden.

Das ist jedoch nicht immer geschehen. Denn seitens der Landesbehörden seien in Bezug auf Bubble Tea vor allem Beanstandungen wegen der fehlenden Deklaration von Lebensmittelzusatzstoffen wie Farbstoffen,  Konservierungsstoffen und Süßstoffen ausgesprochen worden, schreibt die Bundesregierung. „Aufgrund der von den Lebensmittelüberwachungsbehörden bereits ergriffenen Maßnahmen, insbesondere durch Gespräche mit Inverkehrbringern, wird in der nächsten Zeit eine Verbesserung der erforderlichen Verbraucherinformation erwartet.“

Eine erste Verkaufsstelle für Bubble Tea habe es in Berlin im Jahr 2009 gegeben. Weitere Verkaufsstellen seien bundesweit im Sommer 2011 dazugekommen. Eine gewisse Marktrelevanz habe Bubble Tea der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge ab September/Oktober 2011 erreicht. Zwischen Januar und April dieses Jahres habe der Umsatz von Bubble Tea bei 4,4 Millionen Euro gelegen.

Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn kritisierte, dass die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) der mangelhaften Kennzeichnung von Bubble Tea mit Appellen an die Hersteller begegne. „Wir fordern eine klare Kennzeichnung der Zusatzstoffe und des Kaloriengehalts und den verpflichtenden Aufdruck der von den Kinderärzten geforderten Hinweise zur Verschluckungsgefahr“, so Höhn. © fos/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
6.758 News Politik

Nachrichten zum Thema

18.02.13
EU-Kommissar schließt dauerhafte DNA-Tests für Fleisch nicht aus
Berlin – Der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar Tonio Borg schließt eine dauerhafte Einführung von DNA-Tests für Fleisch auf EU-Ebene nicht mehr aus. Zunächst sollten die jetzt vereinbarten 2250...
13.02.13
Berlin – Europas Verbraucherschützer pochen angesichts des Pferdefleisch-Skandals und trotz Ablehnung durch die EU auf eine bessere Etikettierung von Nahrungsprodukten. „Wir fordern schon seit langem...
08.11.12
Lebensmittel­kontrolle beanstandete 2011 ein Viertel der Betriebe
Berlin – Die Lebensmittelkontrolleure in Deutschland haben im vergangenen Jahr erneut etwa jeden vierten Betrieb beanstandet. Insgesamt wurden in rund 146.000 der untersuchten Firmen Verstöße...
09.10.12
EU legt zulässige Lebens­mittel-Aromastoffe fest
Brüssel – Zwei Rechtsvorschriften der Europäischen Kommission regeln, welche Aromastoffe die Lebensmittelindustrie künftig verwenden darf. „Dank des Beitrags der Europäischen Behörde für...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in