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Diskussion um Praxisgebühr geht weiter

Freitag, 17. August 2012

Berlin – Die Diskussion um die Abschaffung der Praxisgebühr geht weiter. Heute hat der Leiter des Kieler Instituts für Mikrodaten-Analyse, Thomas Drabinski, die Abschaffung der Praxisgebühr als „unvernünftig“ bezeichnet, wenn nicht stattdessen ein neues und wirksames Eigenbeteiligungsinstrument an ihre Stelle trete.

„Nur, wenn der Patient die Kosten der ambulanten Versorgung kennt und über eine prozentuale Eigenbeteiligung von zum Beispiel zehn Prozent am Behandlungsprozess beteiligt wird, ist die Abschaffung der Praxisgebühr in ihrer heutigen Form ordnungspolitisch sowie gesundheitsökonomisch sinnvoll“, befand Drabinski.

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Er wies zudem darauf hin, dass bei einem Wegfall der Praxisgebühr die zehn Euro pro Patient und Quartal den Ärzten nicht mehr bar zur Verfügung ständen. Darüber hinaus entstehe den Krankenkassen ein Finanzierungsdefizit von zwei Milliarden Euro.

In der Koalition gehen unterdessen die Verhandlungen über die Abschaffung der Praxisgebühr weiter. Einem Bericht der Rheinischen Post zufolge, will die FDP der von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) geplanten Zuschussrente für Geringverdiener zustimmen, wenn die Union in die Abschaffung der Praxisgebühr einwilligt. Eine Entscheidung solle demnach voraussichtlich der Koalitionsausschuss im September treffen.

In einem Video-Interview mit der Leipziger Volkszeitung hatte der Bundesvorsitzende der FDP, Philipp Rösler, hingegen erklärt, es könne bei den beiden Themen nicht um koalitionspolitische Tauschgeschäfte gehen: „Reine Tauschgeschäfte, die inhaltlich nichts miteinander zu tun haben, machen wenig Sinn.“ Man sollte sich jeweils in dem einzelnen Feld einigen.

Die in dem Referentenentwurf für ein Gesetz zur Stärkung der Alterssicherheit vorgesehene Zuschussrente verstoße gegen die Rentensystematik und schade dem Rentensystem eher, als dass sie nutze. Die Praxisgebühr, auf der anderen Seite, habe die Lenkungswirkung nicht erfüllt. „Deshalb sollte man sie abschaffen“, so Rösler. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte vor einigen Tagen hingegen durch ihren Sprecher erklären lassen, die Praxisgebühr sei nicht zur Disposition gestellt. © fos/aerzteblatt.de

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Brech
am Montag, 20. August 2012, 10:08

Praxisgebühr

Bloß nicht abschaffen, sonst kommen im Notdienst nachts wieder 20 Leute um eine zweite Meinung zu chronischen Krankheiten einzuholen.
LandarztNorden
am Sonntag, 19. August 2012, 14:30

10%

Mit den 10 % ist ja eine nette Idee, als Hausarzt aber wohl kaum durchführbar. Die Patienten müssten dann pro Quartal 3,60 oder 3,80 Euro zahlen. Wenn ich dann eine Lungenfunktion im Quartal mache, kommen nochmal 60 Cent dazu, für eine Ergometrie nochmal 2 Euro usw. Abzüglich des Anteils um den ich "abgestaffelt" werde. Da sich die Beträge dann minimal unterscheiden, müssten also Rechnungen erstellt, abgeschickt, angemahnt und eingetrieben werden. Bei solchen Aussichten will ich auch nie wieder über die Praxisgebühr meckern...

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