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Antibiotika­behandelte Säuglinge später häufiger fettleibig

Dienstag, 21. August 2012

New York – Wenn Kinder im Alter von bis zu sechs Monaten mit Antibiotika behandelt werden, sind sie in den folgenden Jahren der Kindheit einem größeren Risiko ausgesetzt, fettleibig zu werden. Das zeigt eine neue Studie von Wissenschaftlern der New York School of Medicine und der Wagner School of Public Service an rund 10.000 Kindern.

Die Ergebnisse sind in der aktuellen Online-Ausgabe des International Journal of Obesity (doi: 10.1038/ijo.2012.132) nachzulesen. Ungeklärt bleibt allerdings, ob die Antibiotikagaben ursächlich für die spätere Gewichtszunahme sind oder eine Grunderkrankung für Antibiotikatherapie und spätere Gewichtszunahme verantwortlich ist.

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In der Studie wollten die Wissenschaftler unter der Leitung von Leonardo Trasande untersuchen, welche Auswirkungen eine antibiotische Behandlung während der ersten beiden Lebensjahre auf die Entwicklung des Körpergewichtes bis zum siebten Lebensalter von Kindern hat.

Denn während die epidemisch zunehmende Adipositas oft lediglich einer ungesunden Ernährung und fehlender Bewegung zugeordnet werde, sei das Problem des Übergewichts wahrscheinlich noch komplexer, betont Trasande. So könnten Antibiotika die bakterielle Magenflora wesentlich beeinflussen, die eine wichtige Rolle dabei spiele, wie der menschliche Körper Nahrungsmittel aufnehme, so der Wissenschaftler.

Für ihre Untersuchung bedienten sich die Autoren aus New York der britischen Avon Longitudinal Study of Parents and Children, kurz (ALSPAC). Dies ist eine von der Universität Bristol in den 1990er Jahren durchgeführte, longitudinale Studie, die Gesundheitsdaten von über 14.000 Kindern enthält, die zwischen 1991 und 1992 geboren und anschließend beobachtet wurden.

Für ihre Analysen wählten die Forscher eine Probandengruppe von 11.532 Kindern, die bei der Geburt mindestens 2,5 Kilogramm wogen. Diese teilten sie zunächst je nach Exposition mit verabreichten Antibiotika in drei Gruppen ein, wonach sie zwischen Antibiotikagaben unter sechs Monaten, von sechs bis 14 sowie 15 bis 23 Monaten unterschieden.  

Die Wissenschaftler meinen, dass es vor allem auf diese Zeiträume der Antibiotikagabe ankommt. Denn während Kinder, die bis zum sechsten Monat medikamentös behandelt wurden, später häufiger Übergewicht hatten, spielte die Antibiotikagabe zwischen sechs und 14 sowie 15 bis 23 Monaten offensichtlich keine Rolle mehr. Denn diese Gruppen zeigten später kein deutliches Übergewicht im Vergleich zu den in derselben Zeit nicht behandelten Altersgenossen.

Ob und inwiefern diese medikamentös beeinflusste Gewichtszunahme bei den Kindern auch in ihrem weiteren Lebensverlauf eine ernsthafte Gefährdung der Gesundheit bedeutet, bleibe noch zu untersuchen, so die Forscher. Allerdings gebe ihre Studie einen deutlichen Hinweis, dass der oft notwendige, aber nicht immer sinnvolle Gebrauch von Antibiotika auch längerfristige Folgen haben könne, resümieren die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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