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Schädel-Hirn-Trauma bei Kindern oft Hinweis auf Misshandlung

Mittwoch, 22. August 2012

Berlin – Etwa ein Viertel der Schädel-Hirn-Traumata bei Kindern sind Folge einer Miss­handlung, bei den unter Zweijährigen sind es sogar drei Viertel. Doch nur bei einem Drittel der Fälle wird dies auch erkannt. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR).

Eine Schlüsselrolle bei der Differenzialdiagnostik komme der Bildgebung zu: Mit Hilfe von Magnetresonanz- und Computertomographie könnten Ärzte oftmals unterscheiden, ob ein Schaden im Gehirn des Kindes durch Unfall oder Gewalt entstanden sei.

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„Das Schütteltrauma, eine Form des Schädel-Hirn-Traumas, ist eine der häufigsten Folgen nach Misshandlung“, sagt Angelika Seitz, Oberärztin im Bereich Pädiatrische Neuroradiologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Meist müssten es Babys im Schreialter zwischen zwei und sechs Monaten erleiden. Das Schütteltrauma entstehe, wenn das Kind am Brustkorb gehalten und massiv geschüttelt werde, wobei der kindliche Kopf unkontrolliert Schleuderbewegungen ausgesetzt sei.

Äußerlich hinterlässt eine solche Gewalteinwirkung laut Seitz meist keine Spuren. Die Symptome, die in seiner Folge aufträten, seien häufig schwer zuzuordnen: Die Kinder sind schläfrig, geistig abwesend, sie erbrechen und bekommen Krampfanfälle. Die Hirnverletzungen zeigten sich erst in der Bildgebung – bei einer MRT-, Ultraschall-, oder CT- Untersuchung. „Die Schädigungen, die wir dann entdecken, variieren je nach Schwere des Schütteltraumas. Am häufigsten lassen sich Subduralhämatome feststellen oft mehrfach und dann unterschiedlichen Alters“, so Seitz.

In 60 bis 95 Prozent der Fälle komme es beim Schütteltrauma außerdem zu Netzhautblutungen, denn durch die beim Schütteln freigesetzten Schleuderkräfte rissen Blutgefäße in den Augen ein. Die Kombination von mehrzeitigen Subduralhämatomen und Netzhautblutungen sei typisch für das Schütteltrauma. „Ein solches Verletzungsmuster ist bei Unfällen praktisch ausgeschlossen“, so die Neuroradiologin.

Die Fachgesellschaft empfiehlt, aufgrund der Komplexität der Diagnostik bei Schädel- und Hirnverletzungen unklarer Ursache bei Kleinkindern, stets auch einen erfahrenen Neuro- oder Kinderradiologen hinzuzuziehen.  © hil/aerzteblatt.de

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