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HIV-Infizierte in Deutschland oft diskriminiert

Donnerstag, 23. August 2012

Wolfsburg – Der Mehrheit der HIV-Infizierten in Deutschland sieht sich aufgrund ihrer Infektion Diskriminierungen ausgesetzt. Wie aus der am Mittwoch in Wolfsburg vorgestellten Studie „positive stimmen“ der Deutschen Aids-Hilfe hervorgeht, machten 77 Prozent der HIV-Positiven in Deutschland innerhalb eines Jahres solche Erfahrungen.

„positive stimmen“ ist die deutsche Umsetzung des internationalen Projektes „The People living with HIV Stigma Index“, das unter anderem von der HIV/Aids-Organisation der Vereinten Nationen, UNAIDS, und dem Globalen Netzwerk von Menschen mit HIV, GNP+, getragen wird. HIV-Positive befragen dabei andere HIV-Positive.

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So werden in dieser Studie nicht nur Stigmatisierung und Diskriminierung sichtbar, son­dern gleichzeitig können sich alle Beteiligten mit ihrer Situation auseinandersetzen und Wege zum Umgang damit entwickeln. In Deutschland fanden zwischen September 2011 und März 2012 1.148 Interviews statt.

Die Formen der Diskriminierung reichen den Angaben zufolge von Tratsch über Beleidi­gungen bis hin zu tätlichen Angriffen. Laut der Umfrage verloren mehr HIV-Infizierte ihren Arbeitsplatz aufgrund von Diskriminierung als aus gesundheitlichen Gründen – Kündigungen hatten in 84 Prozent der Fälle mit Diskriminierung zu tun.

„Die in der Befragung deutlich gewordene Diskriminierung im Alltag ist nicht über­raschend, aber völlig inakzeptabel“, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Aids-Hilfe, Carsten Schatz. Er forderte die Bundesregierung auf, HIV-Positive unter den Schutz des Allgemeinen Gesetzes zur Gleichbehandlung zu stellen.

Die Deutsche Aids-Hilfe stellte die Studie „positive stimmen“ anlässlich der Konferenz „Positiven Begegnungen“ vor, die am Donnerstag in Wolfsburg beginnt. Nach Angaben der Aids-Hilfe handelt es sich um Europas größte Selbsthilfekonferenz zum Leben mit HIV. Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) begrüßt bei der Eröffnung am Nachmittag rund 380 HIV-Infizierte und Menschen, die HIV-Positiven nahe stehen.

Die Konferenz dreht sich von medizinischen Fragen über das Outing am Arbeitsplatz bis hin zu Erfahrungen mit Diskriminierungen im Zusammenhang mit der HIV-Infektion. „Positive Begegnungen“ will die Öffentlichkeit über die gravierenden Veränderungen des Lebens mit HIV durch die heute verfügbaren Medikamente informieren und Ausgrenzung entgegenwirken. © hil/aerzteblatt.de

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Marcus Joos
am Samstag, 25. August 2012, 17:47

Link zur Studie "positive Stimmen"

Sehr empfehlenswert. Besonders schockierend fand ich, dass häufiger Arztpraxen und Zahnarztpraxen HIV-Patienten ablehnen -nicht nur wg. der Angst vor Infektionen, sondern auch, weil solche Patienten für die Praxis rufschädigend sein könnten (warum, ist mir nicht klar, weil ja Schweigepflicht herrscht).

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