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Akute Herzinsuffizienz wird bei Frauen weniger intensiv therapiert

Montag, 27. August 2012

München – Frauen, die mit akuter Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus aufgenommen werden, haben ein ähnliches Sterblichkeitsrisiko wie Männer, werden aber weniger intensiv therapiert. Das berichtete eine griechische Arbeitsgruppe um John Parissis von der Universität Athen gestern auf dem Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München (ESC Abstract P1949: Parissis et al., Gender-related treatments and co- morbidities in patients with acute heart failure).

Die Analyse basiert auf dem Acute Heart Failure Global Registry of Standard Treatment (ALARM-HF). Die Forscher haben die Daten von knapp 5.000 Patienten mit akuter Herzinsuffizienz in neun Ländern analysiert. 37 Prozent der Patienten waren Frauen.

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Geschlechterdifferenzen fanden die Forscher bei Symptomen, Begleiterkrankungen, auslösenden Faktoren für die akute Herzschwäche und Behandlungsmustern. Keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen gab es bei der Dauer des Klinikaufenthalts sowie der Sterblichkeit.

Frauen mit akuter Herzinsuffizienz waren bei der Aufnahme in das Krankenhaus durch­schnittlich älter als ihre männlichen Leidensgenossen und öfter als diese erstmals mit der Diagnose Herzschwäche konfrontiert. Frauen hatten halb so oft wie Männer einen kardiogenen Schock, aber doppelt so oft eine Rechtsherzschwäche. Sie wiesen auch einen höheren systolischen Blutdruck und eine höhere Herzfrequenz auf. Die Mehrheit der Frauen hatte eine erhaltene Ejektionsfraktion.

Deutlich unterschieden sich die Geschlechter laut der Studie bei der Behandlung: Zum Zeitpunkt der Krankenhaus-Aufnahme nahmen Frauen weniger häufig als Männer Angiotensin-Rezeptoren-Blocker, Beta-Blocker, Aspirin oder Clopidogrel. Aufgrund des bei Frauen häufiger vorhandenen Vorhofflimmerns erhielten Frauen aber öfter als Männer Digitalis oder Vitamin-K-Antagonisten. Beatmungs-Behandlungen erhielten Frauen und Männer gleich oft, Eingriffe wie Katheter-Interventionen, Bypass-Opera­tionen oder intraaortale Ballonpumpen wurden an Männern deutlich öfter als an Frauen vorgenommen.

„Die Tatsache, dass Frauen eine bessere Ejektionsfraktion haben und seltener unter einer koronaren Herzkrankheit leiden, dürfte ihre Lebenserwartung positiv beeinflussen“, vermutet Parissis. Andererseits schienen andere schwerwiegende Begleiterkrankungen und die Tatsache, dass wichtige Medikamente wie Betablocker Frauen weniger häufig verschrieben würden, diesen Vorteil aufzuheben. „Das dürfte erklären, warum letztlich das Sterblichkeitsrisiko bei beiden Geschlechtern gleich hoch ist“, so Parissis Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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