7.841 News Medizin

Medizin

Herz-Kreislauf-Erkran­kungen nach Erdbeben in Japan stark angestiegen

Dienstag, 28. August 2012

München – Nach dem japanischen Erdbeben vom 11. März 2011 mit einer Stärke von neun auf der Richter-Skala  stiegen in der Bevölkerung der betroffenen Region die Herz-Kreislauf-Krankheiten sprunghaft an. Auf einen entsprechenden Bericht der Arbeitsgruppe um Hiroaki Shimokawa von der Tohoku Universität, Japan, auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie hingewiesen. Die Studie ist im European Heart Journal erschienen (doi: 10.1093/eurheartj/ehs288).

Danach stieg die Zahl der Krankheitsfälle pro Woche innerhalb weniger Tage bei Herzschwäche von rund 20 auf mehr als 60, bei akutem Koronarsyndrom einschließlich instabiler Angina Pectoris und akutem Herzinfarkt von 3 auf 25, bei Schlaganfällen von rund 70 auf rund 110 und bei Herz-Lungen-Stillstand von rund 40 auf 80.

Anzeige

Die Forschergruppe hatte die Rettungsdienst-Protokolle im Bezirk Miyagi von 11. Februar bis 30. Juni ausgewertet. Nach dem großen Erdbeben gab es über sechs Wochen noch eine Reihe von Nachbeben. Der zweite Krankheitsgipfel bei Schlaganfällen und Herz-Lungen-Stillstand wurde kurz nach dem stärksten Nachbeben mit einer Stärke sieben auf der Richter-Skala am 7. April 2011 verzeichnet.

„Alles in allem gehen wir davon aus, dass das aktivierte sympathische Nervensystem, in der Folge der gestiegene Blutdruck, das zunehmende Auftreten von Rhythmusstörungen mit Auswirkungen auf vorbestehende Erkrankungen, Infektionen und die unterbrochene Medikamenten-Einnahme wesentliche Faktoren der Anstiege der Herz-Kreislauf-Krankheitsfälle sind. All dies ist unabhängig von Alter und Geschlecht“, sagte Shimokawa. © hil/aerzteblatt.de

Drucken Versenden Teilen
7.841 News Medizin

Nachrichten zum Thema

21.05.13
Berlin – Ein Info- und Serviceset für Herzkranke, die im Sommer verreisen wollen oder müssen, hat die Deutsche Herzstiftung zusammengestellt. Es enthält das Faltblatt „Reisetipps für Herzpatienten“,...
13.05.13
New Haven – Viele schwere Herzfehler sind die Folge von sogenannten de-novo-Mutationen in Genen, die an der embryonalen Entwicklung des Herzens beteiligt sind. Dies ergab eine systematische...
29.04.13
QT-Verlängerungen häufig Zeichen eines nahenden Todes
Rochester – QT-Verlängerungen im EKG sind ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Nach den Erfahrungen der Mayo Clinic, die ein elektronisches Warnsystem in die Kliniksoftware integriert hat, sind 2...
24.04.13
Infokampagne für Erwachsene mit angeborenen Herzfehlern
Frankfurt – Eine Aufklärungskampagne „Angeborener Herzfehler. 18 geworden. Und jetzt?“ hat die Deutsche Herzstiftung gestartet. Die medizinischen Fachgesellschaften der Kinderkardiologie (DGPK),...
18.04.13
Dallas – US-Forscher haben das Gen entdeckt, das kurz nach der Geburt die Regenerationsfähigkeit des Herzmuskels beendet. Durch das Ausschalten des Gens konnten die Forscher bei Mäusen die Fähigkeit...
16.04.13
Suche nach dem Ohnmachts-Gen weist auf Chromosom 15
Melbourne – Vasovagale Synkopen treten gelegentlich familiär gehäuft auf und einige Stammbäume deuten auf einen autosomal-dominanten Erbgang hin. Das verantwortliche Gen konnte eine...
10.04.13
Rochester – Menschen können bereits vor der Geburt an einer Herzrhythmusstörung sterben. Einer Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; 309: 1473-1482) zufolge könnte das sogenannte Long...

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Mehr zum Thema


Themen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Z
Suchen

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste

Anzeige
Eingeloggt als

Suchen in