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Palliative Therapien besser einschätzen

Dienstag, 28. August 2012

Galveston – Wenn sich von einem Pankreaskarzinom betroffene Patienten für eine lebensverlängernde Therapie entscheiden müssen, wissen sie oft nicht, ob und wie in dieser Zeit die Lebensqualität leidet. Eine neue Studie könnte hilfreich sein, denn darin haben Wissenschaftler die Zeit quantifiziert, die die Patienten mit medizinischer Versorgung verbringen müssten. Damit wollen sie den behandelnden Ärzten das nötige Material liefern, um ihre Patienten bestmöglich zu beraten. Die Ergebnisse ihrer Studie sind im Fachjournal Annals of Surgical Oncology (doi: 10.1245/s10434-008-9952-8) erschienen.

Obwohl es beim Pankreaskarzinom verschiedene Stadien und Behandlungs­möglich­keiten gibt, sind die Aussichten für betroffene Patienten dennoch nicht sehr hoffnungs­voll. Meist versterben die Patienten innerhalb von zwei Jahren vom Zeitpunkt der Diagnose an, selbst unter aggressiver Chemotherapie.

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Das stellt vor allem die erkrankten Personen, aber auch die verantwortlichen Ärzte, vor die Frage, ob die noch verbleibende Zeit überwiegend mit medizinischer Versorgung verbracht werden sollte, um möglicherweise nur ein paar Wochen länger zu leben. Im ungünstigsten Fall würde die zusätzlich gewonnene Zeit ausschließlich im Krankenhaus verbracht.

Für ihre Studie untersuchten die Autoren der University of Texas Medical Branch unter der Leitung von Casey Boyd eine Datenbank des National Cancer Institutes. Die sogenannte „Surveillance, Epidemiology and End Results Database” enthält Statistiken zu Krebspatienten in den USA, darunter vor allem über Prävalenz, Inzidenz und Überlebensraten.

Bei mehr als 25.000 Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs konzentrierten sich die Wissenschaftler auf zwei Aspekte: Zum einen die Tage, die sie im Krankenhaus als stationäre Patienten verbrachten und zum anderen die Zeit, in der sie zum niedergelassenen Arzt für Medikamentengaben, diagnostische Test oder ähnlichem gingen. Anschließend errechneten sie die mit medizinischer Versorgung verbrachte Zeit pro Monat und pro Person und gewichteten ihre Ergebnisse nach Tumorstadium, Therapieform und Überlebensdauer.

Sie fanden dabei heraus, dass die Patienten unabhängig von ihrem Tumorstadium im ersten Monat nach der Diagnose 6,4 Tage im Krankenhaus verbringen. Nach einem Jahr sinkt die Zahl der Tage auf einer Station, sie liegt dann durchschnittlich bei 1,7 Tagen pro Monat. Für die ambulante Gesundheitsversorgung lagen die ermittelten Tage pro Monat bei neun im ersten Monat nach der Diagnose und nach einem Jahr bei 3,7 Tagen pro Monat.

Die Forscher gewichten diese Zahlen nicht in die Richtung einer bestimmten Therapieentscheidung. Laut Boyd könne der Arzt diese Zahlen bei der Beratung des Patienten nutzen. Dieser könne so eher seine eigene, persönliche Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen. © hil/aerzteblatt.de

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