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Deutsches Epigenom-Programm startet im September

Mittwoch, 29. August 2012

Saarbrücken/Berlin – 21 Forschergruppen aus ganz Deutschland haben sich im deutschen sogenannten Epigenom-Programm (DEEP) zusammengefunden, um 70 Epigenome menschlicher Zelltypen zu entschlüsseln. Die Arbeit startet im September. Das berichtet die Arbeitsgruppe um Jörn Walter, Epigenetiker an der Universität des Saarlandes, die DEEP koordiniert.

Das Programm ist die deutsche Beteiligung am weltweit koordinierten International Human Epigenome Consortium. Darin verfolgen Forscher das ambitionierte Ziel, 1.000 Epigenome zu entschlüsseln. Damit werden erstmals umfassende vergleichbare Datenanalysen und -bewertungen möglich.

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Die deutschen Wissenschaftler werden in DEEP Zellen analysieren, die bei Fettleibigkeit, entzündlichen Darmerkrankungen und Arthritis eine Rolle spielen. Für diese Aufgabe stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden fünf Jahren 16 Millionen Euro zur Verfügung.

Die vollständige Entschlüsselung des menschlichen Genoms im Jahr 2003 war ein Meilenstein für die Lebenswissenschaften. In den darauffolgenden Jahren wurde aber zunehmend klarer, dass mehr Faktoren die Funktionen des menschlichen Körpers regulieren als die Gene allein.

Eiweiße, die wie eine Hülle um die Gene herum liegen, spielen für die Funktion der Gene eine bedeutende Rolle. Zudem gibt es chemische Veränderungen der Genbausteine selbst, die diese mit zusätzlichen sogenannten epigenetischen Informationen versehen. Gemeinsam bestimmen diese epigenetischen Modifikationen, welche Gene wann und wo an- und abgeschaltet werden und wie Zellen ihre speziellen genetischen Programme umsetzen.

Die Kenntnis dieser epigenetischen Markierungen wird Auskunft darüber geben, wie die Lebensführung, zum Beispiel durch die Ernährung, bestimmte Genfunktionen in betroffenen Zellen ändert. „Die Epigenomik hat daher eine große Bedeutung für gesundheitspolitische Fragen sowohl im Hinblick auf zukünftige Therapieansätze als auch im Bereich der Prävention“, hieß es aus Saarbrücken.

Alle Epigenom-Daten werden in öffentlichen Datenbanken abgelegt und direkt für die weltweite biomedizinische Forschung nutzbar gemacht. Die Partner in DEEP sind: Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg, Deutsches Rheumaforschungs-Zentrum Berlin, EURICE – European Research and Project Office GmbH, Institut für Arbeits­medizin Dortmund, Max-Delbrück-Centrum Berlin, Max-Planck-Institut für Immunologie und Epigenetik Freiburg, Max-Planck-Institut für Informatik Saarbrücken, Max-Planck-Institut für molekulare Genetik Berlin, Qiagen AG Hilden, Sanofi-Aventis Höchst, Uni­versität Duisburg-Essen, Universität Kiel, Universität Münster, Universität Regensburg und die Universität des Saarlandes. © hil/aerzteblatt.de

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