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Vertragsärzte erhalten ein Honorarplus 270 Millionen Euro

Donnerstag, 30. August 2012

Berlin – Die Vertragsärztinnen und –ärzte sollen 2013 ein Honorarplus von rund 270 Millionen Euro (plus 0,9 Prozent) erhalten. Das hat der Erweiterte Bewertungsausschuss am Donnerstag in Berlin beschlossen. Danach wird der Orientierungswert vom 1. Januar 2013 an von derzeit 3,5048 auf 3,5363 Cent angehoben. Der unparteiische Vorsitzende des Erweiterten Bewertungsausschusses, der Gesund­heits­ökonom Jürgen Wasem, schloss sich bei der Abstimmung den Krankenkassen an. Die Kassenärztliche Bundes­vereinigung (KBV) stimmte gegen den Beschluss.

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„Eine Erhöhung des Orientierungswertes um niedrige 0,9 Prozent ist mit uns nicht zu machen“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Andreas Köhler. Seit 2008 hätten die niedergelassenen Ärzte keinen Inflationsausgleich und keinen Ausgleich für gestie­gene Praxiskosten erhalten. Deshalb habe die KBV eine Steigerung um elf Prozent gefordert. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der betriebswirtschaftlich kalkulierte Punktwert im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) bei 5,11 Cent liege, die Ärzte aber bisher nur rund 3,5 Cent erhielten. „Für die Vertragsärzte und ‑psychotherapeuten geht dieser Tag mit einem fatalen Ergebnis zu Ende“, sagte Köhler.

Am Samstag wird sich eine Sondervertreterversammlung der KBV mit dem aus ihrer Sicht völlig unzureichenden Ergebnis der Honorarverhandlungen auseinandersetzen. Wenn die Kassen sich weigerten, die für die ambulante Versorgung notwendigen Finanzmittel bereitzustellen, gefährde das die flächendeckende ambulante Versorgung, heißt es in der Einladung zur Versammlung. Der NAV-Virchow-Bund hat seine Berliner Geschäfts­stelle zur Verfügung gestellt, um den erwarteten Protest der Ärzte zu koordinieren.

Als „verantwortungslos, zynisch und fahrlässig“ bezeichneten die Vorstandsvorsitzenden der in FALK und LAVA organisierten Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) die Ent­scheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses. Nach einer gesetzlich verordneten Nullrunde 2012 sei der jetzige Beschluss eine schallende Ohrfeige für alle niederge­lassenen Ärzte und Psychotherapeuten, die ihre Patienten rund um die Uhr versorgten und dafür nun bestraft würden.

Die KVen riefen deshalb alle niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten sowie deren Praxisteams auf, sich am 1. September um elf Uhr vor dem Sitz der KBV in Berlin zum Protest einzufinden und dieser damit in den Auseinandersetzungen mit den Krankenkassen den Rücken zu stärken.

Als vernünftige Lösung, die den Interessen beider Seiten entgegenkomme, bezeichnete dagegen der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, den Honorarbeschluss. Das sei zwar nicht das von den Kranken­kassen geforderte Ergebnis. Für die Beitragszahler bleibe jedoch der große Kostenschub aus, den die Eins-zu-eins-Umsetzung der Ärzteforderungen bedeutet hätte.

Seit Wochen streiten der GKV-Spitzenverband und die KBV über die künftigen Honorar­zuwächse für die rund 140.000 Kassenärzte. Während die KBV einen Honorarzuwachs von 3,5 Milliarden Euro (plus elf Prozent) forderte, um die gestiegenen Betriebskosten und die Inflation seit 2008 auszugleichen, plädierten die Kassen für eine Absenkung des Honorars um 2,2 Milliarden Euro (minus sieben Prozent).  Kostensteigerungen der Praxen würden durch eine bessere Auslastung kompensiert, hatten die Kassen argumentiert. © HK/aerzteblatt.de

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LabDoc_Emmy
am Freitag, 31. August 2012, 10:37

Warum nicht 5,11 Cent Punktwert fordern...

... wenn dies der betriebswirtschaftlich kalkulierte Punktwert im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ist? Die Kassen waren ja auch so dreist, eine Absenkung zu fordern, welche angeblich betriebswirtschaftlich in einer "Studie" kalkuliert wurde. Hier muss mit gleichen Mitteln vorgegangen werden, denn sonst kommen die zahmen "Arzt-Schäfchen" unter die Räder der Gesundheitspolitik, die lieber Verteilungskämpfe der Ärzte untereinander sehen möchte...

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