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Tuberkulose-Erreger zunehmend resistent

Freitag, 31. August 2012

Atlanta – Von einem Vormarsch von Tuberkuloseerregern, die nicht nur gegen die üblichen Antibiotika resistent sind, sondern auch gegen sogenannte Zweitlinien-Antibiotika, berichten US-Epidemiologen um Tracy Dalton von der Division of Tuberculosis Elimination der Centers for Disease Control and Prevention, Atlanta. Ihr Überblick ist jetzt im Lancet erschienen (doi 10.1016/ S0140-6736(12)60734-X).

Bei den Resistenzformen unterscheidet die Arbeitsgruppe die sogenannte Extensively-Drug-Resistant-(XDR) –Tuberkulose von der Multidrug-Resistant-(MDR) Form der Erkrankung. Als Erreger der MDR-Tuberkulose gelten Stämme von Mycobacterium tuberculosis, die Resistenzen gegen Isoniazid und Rifampicin entwickelt haben. Laut der Arbeitsgruppe sind sie für 3,6 bis 4,8 Prozent der TB-Erkrankungen weltweit verantwortlich, das entsprach rund 440.000 Neuerkrankungen im Jahr 2008.

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Im Jahr 2000 wurde unter Mitarbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) daher das sogenannte Green Light Committee gegründet. Ziel dieser Initiative war und ist, die MDR-Tuberkulose und weitere Resistenzbildung einzudämmen.

In der aktuellen Studie geht es jetzt um die XDR-Tuberkulose, also um solche Stämme von Mycobacterium tuberculosis, die gegen Isoniazid und Rifampicin und eines oder mehrere Arzneimittel der zweiten Linie resistent sind, zum Beispiel gegen Fluoro­quinolone. „Vom Auftreten der XDR-Tuberkulose berichten 77 Länder, aber die genaue Prävalenz ist unklar“, berichten die Autoren im Lancet. Nur zwei Länder mit vielen Fällen der MDR-Tuberkulose testeten routinemäßig auch auf Resistenzen auf Zweitlinien-Substanzen.

In ihre Studie schlossen die Wissenschaftler Erwachsene aus acht Ländern ein, nämlich Estland, Lettland, Peru, den Philippinen, Russland, Südafrika, Südkorea und Thailand. Die Patienten litten unter einer in ihrem Land diagnostizierten MDR-Tuberkulose der Lunge. Die Forscher testeten die Resistenzen gegen insgesamt elf Antibiotika der ersten und zweiten Linie und verglichen sie mit klinischen und epidemiologischen Daten.

6,7 Prozent der Patienten litten unter einer XDR-Tuberkulose. Der Hauptrisikofaktor für eine Infektion mit entsprechenden Mykobakterien-Stämmen war eine Vorbehandlung mit Zweitlinien-Arzneimitteln.

„Resistenzen sind mit 43,7 Prozent häufig und die Prävalenz der XDR-Tuberkulose mit 6,7 Prozent besorgniserregend“, so ein Fazit der Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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