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Asthma: Wachstumsstörungen unter inhalativen Steroiden persistieren

Montag, 3. September 2012

Albuquerque – Die Therapie mit inhalativen Steroiden führt bei Kindern zu Wachstumsstörungen. Entgegen einer bisherigen Annahme holen die Kinder den Rückstand im Teenageralter nicht wieder auf. Dies zeigt die Nachbeobachtung einer US-Studie, die auf der European Respiratory Society in Wien vorgestellt und im New England Journal of Medicine (NEJM 2012; doi: 10.1056/NEJMoa1203229) publiziert wurde. Die Autoren sehen allerdings keinen Grund, die derzeitigen Leitlinien zu ändern.

Inhalative Steroide sind heute eine Standardtherapie beim persistierenden Asthma bronchiale. Sie werden auch bei Kindern vor der Pubertät eingesetzt, obwohl frühere Studien gezeigt hatten, dass das Wachstum dosisabhängig vermindert wird. Die Leitlinien betrachten dies angesichts der Konsequenzen der Asthmaerkrankung als einen hinnehmbaren Nachteil. Außerdem hatten retrospektive Querschnittsstudien die Hoffnung genährt, dass die inhalativen Steroide das Wachstum nur verzögern, und die Kinder in der späten Pubertät doch noch ihre volle Körpergröße erreichen. Diese Ansicht muss jetzt revidiert werden.

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William Kelly, inzwischen Emeritus an der New Mexico Health Sciences Center in Albuquerque, und Mitarbeitern ist es gelungen, 943 von 1.041 Teilnehmern des Childhood Asthma Management Program bis ins Erwachsenenalter zu begleiten. Diese randomisierte Studie hatte zwischen 1993 und 1995 eine inhalative Therapie mit dem Steroid Budesonid mit dem Mastzellstabilisator Nedocromil oder Placebo bei asthmakranken Kindern im Alter von 5 bis 12 Jahren verglichen. Budesonid erzielte damals die bessere Asthmakontrolle, doch nach 4 bis 6 Jahren Therapie waren die mit Budesonid behandelten Kinder durchschnittlich um 1,1 cm kleiner als im Placebo-Arm.

Zu diesem Defizit war es bereits in den ersten beiden Therapiejahren gekommen. Später gerieten die Kinder nicht weiter in Rückstand, sie setzten allerdings auch nach Abschluss der Studie (als viele mit inhalativen Steroiden weiterbehandelt wurden) nicht zu einem kompensatorischen Wachstumsspurt an. Am Ende war die endgültige Körpergröße mit 171,1 cm im Budesonid-Arm um 1,2 cm niedriger als im Placebo-Arm, wo eine Körpergröße von 172,3 cm erreicht wurde.

Angesichts der besseren Asthmakontrolle und der Vermeidung von Exazerbationen der Erkrankung hält das National Heart, Lung, and Blood Institute (NHLBI), das die Studie damals gesponsert hatte, inhalative Steroide weiterhin für akzeptabel. Kelly erinnert daran, dass die Minderung des Wachstums mit der Budesonid-Dosis korrelierte.

Für den Experten ist dies ein Grund, bei jedem Kind die minimal-effektive Dosis zu finden und einzusetzen. Besonders wichtig ist dies bei weiblichen und besonders jungen Patienten. Bei Frauen betrug das Wachstumsdefizit 1,8 cm (Endkörpergröße 162,8 cm), bei einem Therapiebeginn im Alter von 5 bis 8 Jahren waren es 1,9 cm (Endkörpergröße 170,7 cm). © rme/aerzteblatt.de

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