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USA: Mykobakterien beim Tätowieren übertragen

Freitag, 7. September 2012

Rochester/New York – Tätowierer können ihre Kunden nicht nur durch die Verwendung unsaubererer Instrumente infizieren, die Gefahr kann auch von der verwendeten Tinte ausgehen, wie ein Ausbruch zeigt, zu dem es kürzlich in den USA kam. Im Oktober letzten Jahres hatte ein 20-jähriger Mann aus der Region Rochester einen Dermatologen konsultiert. Auf einem frischen Tattoo hatten sich rötliche juckende Knötchen gebildet. Das Exanthem war zunächst erfolglos mit Steroiden behandelt worden.

Eine Biopsie lenkte dann den Verdacht auf eine Infektion und in der mikrobiologischen Kultur wuchs schließlich Mycobacterium chelonae. Weitere Recherchen von Mary Gail Mercurio vom University of Rochester Medical Center im New England Journal of Medicine (2012; doi: 10.1056/NEJMoa1205114) ergaben, dass sich 18 weitere Patienten infiziert hatten.

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Alle hatten denselben Tätowierer aufgesucht. Die Quelle der Infektionen wurde schließlich in einer Spezialtinte gefunden, die der Tätowierer seit Mai des letzten Jahres für Schattierungen verwendet hatte. Tatsächlich hatten sich die Knötchen ausschließlich an den Stellen gebildet, an denen der Tätowierer diese Tinte in die Haut eingebracht hatte.

Die Spur führte schließlich zu einem Hersteller in Arizona, der vermutlich infiziertes Wasser zur Verdünnung der Tinte verwendet hatte. Für die Patienten ging am Ende alles glimpflich aus. Unter einer Kombination aus Azithromycin und Doxycyclin heilten alle Hautläsionen ab.

Die Centers for Disease Control and Prevention hat inzwischen weitere Erkrankungen in den Staaten Washington, Iowa und Colorado nachgewiesen (MMWR 2012; 61: 653-656). Dabei geriet ein zweiter Hersteller in das Visier der Behörde. Die FDA hat im letzten Monate eine Warnung veröffentlicht. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sich noch weitere Kunden infiziert haben. © rme/aerzteblatt.de

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