Diakonie warnt vor zu schneller Entlassung von psychiatrischen Patienten
Montag, 10. September 2012
Berlin – Die Diakonie hat davor gewarnt, psychiatrische Patienten aus der stationären Behandlung zu entlassen, ohne dass eine ausreichende ambulante Nachsorge garantiert sei. „In der Psychiatrie müssen wir besonders darauf achten, dass Patienten ihrem individuellen Bedarf entsprechend behandelt werden“, sagte Maria Loheide, sozialpolitischer Vorstand des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland. Die Diakonie erteile einer Entgeltreform für psychiatrische Kliniken, die dies nicht berücksichtige und die schwer kranken Menschen möglichst früh entlasse, eine Absage.
Anlass für die Warnung der Diakonie sind Berechnungsvorschläge für die Vergütung in psychiatrischen Krankenhäusern, die den Krankenkassen und Krankenhäusern zur Prüfung vorgestellt wurden.
Loheide wies darauf hin, dass die Vergütung nach Fallpauschalen in anderen Bereichen des Krankenhauses zu einer deutlichen Verkürzung der durchschnittlichen Behandlungszeit und zu einer Steigerung der Fallzahlen geführt habe. Sie fordert daher, das neue Entgeltsystem kritisch zu begleiten: „Wir müssen einfache Pauschallösungen hinterfragen und die Behandlung in der Klinik viel stärker mit der ambulanten Behandlung am Wohnort verbinden“, forderte sie.
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Bereits im Mai hatte die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde gewarnt, das neue Entgeltsystem werde die Versorgung psychisch Kranker verschlechtern. © hil/aerzteblatt.de
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