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Rheumatologen fordern mehr Genderforschung

Montag, 10. September 2012

Bochum/Berlin – Auf die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Entwicklung und dem Verlauf der rheumatoiden Arthritis (RA) hat die Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hingewiesen. Frauen erkranken etwa ein Jahrzehnt früher als Männer. Der Anteil der Frauen mit RA, die starke Schmerzen angeben, ist deutlich höher als der der männlichen Patienten. Je nach Altersgruppe liegt der Anteil von RA-Patien­tinnen mit massiven Gelenkschmerzen zwischen 15 und 25 Prozent, bei Männern sind es 9 bis 21 Prozent.

„Dieser Unterschied wird ab dem 60. Lebensjahr besonders deutlich“, sagte Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. Auch die Begleiterkrankungen seien bei RA-Frauen andere als bei Männern. Frauen litten eher an Osteoporose und Depressionen, während bei Männern Herzkrankheiten oder Diabetes Typ 2 gehäuft aufträten.

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„Diese Unterschiede sind nicht nur biologisch bedingt“, ist die Berliner Rheumatologin überzeugt. Auch gesellschaftliche und psychologische Faktoren spielten eine Rolle. So suchten Frauen nach dem Auftreten der ersten RA-Symptome viel später einen Rheumatologen auf. Vor allem ältere Frauen erhielten zudem deutlich seltener eine Biologika-Therapie als gleichaltrige Männer.

„Um die Krankheitslast von Rheuma-Patienten zu reduzieren, sollten wir auch den geschlechtsspezifischen Unterschieden größere Aufmerksamkeit widmen“, fordert daher auch Jürgen Braun, diesjähriger Kongresspräsident der DGRh, Herne. Da Männer und Frauen ihre Erkrankung unterschiedlich wahrnehmen, müssten Rheumatologen Verlauf und Stärke der RA mit unterschiedlichen Messmethoden beurteilen. „Auch die Therapie müssen wir an diese geschlechtsspezifischen Besonderheiten anpassen“, ergänzte Braun. © hil/aerzteblatt.de

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kschlensog
am Dienstag, 11. September 2012, 09:57

kurz gesagt....

...wäre "Genderforschung" Forschung im Zusammenhang mit den (individuellen) Geschlechtsidentitäten der rheumatologischen Patient_innen...
kschlensog
am Dienstag, 11. September 2012, 09:52

"Gender" ist nicht gleich "Sex"

Ganz offensichtlich geht es hier ja um >biologisch< 'weibliche' und 'männliche' Körper - wovon sich die geschlechtliche Identität (engl. "gender") bekanntlicherweise keineswegs direkt ableiten lässt.
Warum muss es überhaupt immer 'Neudeutsch' (= Pseudoenglisch) sein? In den Ohren wie vieler Leute klingt das denn tatsächlich besser? Das Verständnis der Leser_innen wird - besonders in diesem Fall - durch den (pseudo)englischen Begriff ganz sicher nicht verbessert.
Wenn schon nach Geschlecht kategorisiert werden muss, dann ist in diesem Zusammenhang, wo es ganz klar um die (angenommenen) >biologischen< Unterschiede geht, das deutsche Wort "Geschlecht" - da allgemeiner - wesentlich geeigneter als das englische 'gender' - mit dem etwas gesagt wird (=geschlechtliche Identität), worum es bei der Idee hier ja gar nicht geht.

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